+
Auch der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda bietet für die von ihm gegründete Fluggesellschaft. Foto: Wolfgang Duveneck

Lauda will Fluglinie kaufen

Angebotsfrist für insolvente Airline Niki endet

Das Tauziehen um die einst so erfolgreiche Airline Niki scheint bald zu Ende. Bis Freitag war ein letztes Zeitfenster für Angebote geöffnet. Derweil hofft die Niki-Belegschaft auf die alte Lösung.

Korneuburg (dpa) - Das Rennen um die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki geht in die wohl entscheidende Runde. Bis Freitag um Mitternacht hatten Bieter eine zweite Chance, im österreichischen Insolvenzverfahren ein Angebot abzugeben.

Darunter war erneut der österreichische Luftfahrtunternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda. Die Billigfluggesellschaft Ryanair ist zumindest an Teilen von Niki interessiert. Deshalb hatten die Iren die österreichische Insolvenzverwalterin kontaktiert.

Ob auch Tuifly ein neues Angebot vorgelegt hat, war bis Freitagnachmittag unklar. Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook (Condor) hatte im deutschen Insolvenzverfahren mitgeboten. Am Freitag wollte sich das Unternehmen nicht äußern, ob es wieder im Boot ist. Im deutschen Verfahren hatte der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG mit seiner Billigtochter Vueling den Zuschlag erhalten.

Auf Drängen des Fluggastportals Fairplane war in der Alpenrepublik ein zweites Hauptverfahren beim Landgericht Korneuburg eröffnet worden. Dieser Schritt war vom deutschen Insolvenzverwalter Lucas Flöther kritisiert worden, weil er den Verkauf an die IAG gefährde. Das Unternehmen hat jedoch betont, an dem Kauf festhalten zu wollen. Am Montag (22.1.) soll der Gläubigerausschuss eine Lösung finden.

Vueling hatte 20 Millionen Euro für Niki geboten und zusätzlich einen Kredit von 16,5 Millionen Euro für den Weiterbetrieb der Airline gegeben. Bei Niki waren zuletzt etwa 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Rund 750 von ihnen sollten übernommen werden.

Unterdessen hat Niki-Betriebsratschef Stefan Tankovits erneut unterstrichen, dass die Belegschaft auf die bisherige Lösung setzt. "Wir möchten, dass Vueling bleibt und alles wie geplant über die Bühne geht", sagte er am Freitag. Sollte Niki-Gründer Lauda den Zuschlag erhalten, werde er wohl vor einem personellen Scherbenhaufen stehen. "Dann kündigen alle 220 Piloten", ist sich Tankovits sicher. Die Hälfte der Piloten habe ohnehin konkrete Jobangebote von anderen Fluglinien. Auch die Flugbegleiterinnen sowie das technische und administrative Personal hätten gute Möglichkeiten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Diesel-Paket gegen Rechtsempfinden?
Wieder droht ein Fahrverbot für alte Diesel. Am Mittwoch befasst sich das Verwaltungsgericht Mainz mit dem Thema, der Oberbürgermeister lässt an der bisherigen Strategie …
Diesel-Paket gegen Rechtsempfinden?
Siemens darf weiter auf Milliarden-Auftrag im Irak hoffen
Ausbau der Stromnetze im Irak - solch ein Auftrag ist milliardenschwer. Trump versuchte, ihn mit politischem Druck in die USA zu holen. Aber auch Siemens darf weiter …
Siemens darf weiter auf Milliarden-Auftrag im Irak hoffen
Milliarden-Auftrag für Siemens im Irak rückt näher - Chancen gegen GE
Aufatmen bei Siemens. Nach einer längeren Zitterpartie sind die Münchner einem möglichen Zuschlag für ein Milliarden-Geschäft im Irak einen wichtigen Schritt …
Milliarden-Auftrag für Siemens im Irak rückt näher - Chancen gegen GE
Flowtex-Insolvenzverfahren vor Abschluss
Der Skandal des Bohrmaschinen-Händlers Flowtex brach in jeder Hinsicht Rekorde: größter deutscher Betrugsfall seit 1945, über 120 Ermittlungsverfahren, …
Flowtex-Insolvenzverfahren vor Abschluss

Kommentare