Fristen und Klauseln: So werden Sie Versicherungen wieder los

- Ob Haftpflicht-, Unfall- oder Hausratpolice: Gegen unvorhergesehene Schäden und Verletzungen sollte jeder versichert sein. Häufig stellen sich die einst abgeschlossenen Verträge aber im Nachhinein als zu teuer heraus, sie enthalten nachteilige Klauseln - oder die Police wird zum Beispiel nach einem Umzug nicht mehr benötigt. Dann gilt es, nicht lange zu warten, sondern die ungewünschte Police sofort zu kündigen. Dabei sind allerdings einige wichtige Regeln zu beachten.

Ordentliche Kündigung

"In der Regel werden Verträge mit einer so genannten ordentlichen Kündigung beendet", erläutert Christoph Schäfer, Fachanwalt für Versicherungsrecht. Sie muss vor allem fristgerecht beim Versicherer eingehen. "Normalerweise gilt als Frist drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres", sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In manchen Fällen würden aber auch kürzere Fristen vereinbart.

Sofort-Ausstieg

Manchmal ist sogar ein umgehender Wiederausstieg möglich: Wer schon nach kurzer Zeit zweifelt, ob er den beantragten Versicherungsschutz wirklich will, kann unter Umständen mit Hilfe eines Widerspruchs aus dem Vertrag aussteigen, erläutert Schäfer. Die meisten Versicherer lassen den Widerspruch innerhalb von 14 Tagen zu, nachdem die Unterlagen samt Police beim Verbraucher eingegangen sind.

Die üblichen Fristen

Nach Ablauf dieser Fristen gilt es zu allererst, sorgfältig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu studieren, rät Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Dort können Versicherte feststellen, welche Frist für ihren Vertrag gilt. In der Regel beginnt das Versicherungsjahr mit dem Abschlusstermin: "Wenn ich am 3. März abschließe, läuft ein Einjahresvertrag auch am 3. März ab. Und zwar immer um 12.00 Uhr mittags", erläutert Weidenbach.

Kfz-Haftpflicht extra

Eine Ausnahme gibt es in der Regel nur bei der Kfz-Haftpflichtversicherung: Hier ist die Frist nach Worten von Elke Weidenbach seit den Achtzigerjahren einheitlich und beträgt einen Monat - das Versicherungsjahr läuft immer zum 31. Dezember ab. Kündigungen müssen folglich bis Ende November beim Versicherer sein.

Gemeinsame Police

Ein Sonderfall liegt auch dann vor, wenn Partner zusammenziehen und sich folglich eine Haftpflichtpolice teilen können. "Um Geld zu sparen, sollten sie den Schutz in einer Police vereinen. Den jüngeren Vertrag kann man in solchen Fällen problemlos aufheben lassen und muss dann nur den Namen des Partners in den älteren Vertrag aufnehmen", erläutert Weidenbach. In der Regel erfolge die Vertragsaufhebung zum Monatsende nach Mitteilung.

Beitragserhöhung

Auch in anderen Fällen können langfristige Verträge unter Umständen vor Ablauf gelöst werden: "Das geht zum Beispiel dann, wenn die Versicherung die Prämie erhöht, ohne gleichzeitig die Leistung zu verbessern", sagte Marianne Stietz von der Verbraucherzentrale Thüringen. Auch hier muss schriftlich gekündigt werden - innerhalb eines Monats nach Mitteilung der Erhöhung. Es kommt aber auf den Vertrag an: "Fast immer steht in Mehrjahresverträgen drin, dass Beitragserhöhungen nicht ausgeschlossen sind", sagt Elke Weidenbach. "Dann haben Sie keine Chance."

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