Frostige Zeiten am Arbeitsmarkt

- München/Nürnberg - Auf dem bayerischen Arbeitsmarkt herrschen trotz des Frühlingsbeginns weiterhin frostige Zeiten. Die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung ist im März zwar um 8800 auf 579 300 gesunken, berichtete die Regionaldirektion für Arbeit. Das waren jedoch 94 400 mehr als vor einem Jahr.

<P>Als Gründe für die Entwicklung nannte Franz Prast von der Geschäftsleitung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (BA) die Auswirkungen der Hartz-IV-Reform, den lang anhaltenden Winter sowie eine weiterhin zögerliche Nachfrage nach Arbeitskräften. "Der Frühling am Arbeitsmarkt lässt auf sich warten", sagte Prast. Die Arbeitslosenquote im Freistaat sank zwar um 0,2 Punkte auf 8,9 Prozent. Vor Jahresfrist hatte sie aber erst bei 7,5 Prozent gelegen.<BR><BR>Arbeitsministerin Christa Stewens (CSU) sieht dennoch erste "zarte Pflanzen" auf dem Arbeitsmarkt im Freistaat. Entgegen dem Bundestrend sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern binnen Jahresfrist um 19 000 auf 4,235 Millionen im Januar gestiegen, erklärte Stewens. Die Zahl der offenen Stellen lag im März mit 56 700 um 11 000 über dem Wert vom Februar, aber auch um 7100 über dem Vorjahreswert. Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sprach trotz wenig erfreulicher Arbeitslosenzahlen von einer "Trendwende bei der Beschäftigung".<BR><BR>Nach Angaben der Regionaldirektion stehen weiteren Arbeitsplatzverlusten im verarbeitenden Gewerbe Beschäftigungsgewinne im Dienstleistungsbereich gegenüber. "Das heißt aber auch, dass insbesondere dem überdurchschnittlich hohen Anteil von Arbeitslosen mit Berufen im produzierenden Bereich weitere Perspektiven verloren gehen."<BR><BR>Der im März übliche saisonale Rückgang der Arbeitslosigkeit sei in diesem Jahr wegen des kalten und schneereichen Winters deutlich geringer ausgefallen.<BR><BR>Regional schwankt die Arbeitslosenquote im Freistaat zwischen 5,5 Prozent in Freising und 13,3 Prozent in Hof. Auch Weiden, Coburg und Passau sowie Bayreuth wiesen im März Quoten von mehr als 12 Prozent auf. </P>

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