Frühe Bedenken wegen Höhe der Esser-Prämie

- Düsseldorf - Die 15,9-Millionen-Euro-Prämie für den früheren Mannesmann-Chef Klaus Esser ist bei Wirtschaftsprüfern bereits früh auf Bedenken gestoßen. Der ehemalige Leiter der Abteilung "Gesellschaftsorgane" des Konzerns, Götz Müller, berichtete als Zeuge im Mannesmann-Prozess, die Wirtschaftsprüfer der KPMG hätten in einem Gespräch am 7. März 2000 - also vor Auszahlung der Prämie - "generelle Bedenken" erhoben, ob diese Höhe gerechtfertigt sei.

<P>Esser selbst habe die Millionenabfindung aber gegenüber den Wirtschaftsprüfern entschieden verteidigt. Nach seiner Auffassung wäre auch eine noch höhere Prämie gerechtfertigt - angesichts der Wertsteigerung der Mannesmann-Aktie, habe der Konzernchef gesagt, erinnerte sich der Zeuge. Ein von Mannesmann beauftragter externer Jurist habe erklärt, dass die Höhe der Abfindung in Deutschland zwar ungewöhnlich, im internationalen Bereich aber üblich sei.</P><P>Deutliche Kritik übte der Jurist am Ablauf der Prämiengewährung. Die erste Beschlussfassung des Aufsichtsratspräsidiums, wonach Esser 15,9 Millionen Euro und Aufsichtsratschef Joachim Funk drei Millionen Euro erhalten sollten, sei schon wegen der Mitwirkung von Funk zumindest in den Teilen, die ihn selbst betrafen, nichtig gewesen.</P><P>Ein widersprüchliches Bild zeichnete Müller von den Reaktionen in der Spitzenetage auf die Niederlage im Kampf mit Vodafone. Emotional betroffen seien vor allem Aufsichtsratschef Funk und die Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium gewesen. Esser selbst habe von Anfang an wenig Emotionen gezeigt. "Ich habe das bewundert, dass er diese Bedrohung mit sehr großer Kühle und Logik behandelt hat." Generell sei die Meinung in der Vorstandsetage gewesen, dass letztlich die Aktionäre entscheiden müssten und der Vorstand deren Willen als maßgeblich ansehen müsse.</P>

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