Wer früher in Ruhestand will, sollte mit seinem Chef verhandeln

- Durch ein neues Gesetz soll das Renteneintrittsalter bei Altersrenten wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit schrittweise von 60 auf 63 Jahren angehoben werden. Wie berichtet, entscheidet das Kabinett laut dem Bundessozialministerium am 3. Dezember über einen entsprechenden Referentenentwurf zum so genannten Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz. Um noch in den Genuss der bisherigen Vorruhestandsregelung zu kommen, ist Folgendes zu beachten:

<P>Erwerbstätige</P><P>Menschen, die im Zeitraum vom 1. Januar 1946 bis 31. Dezember 1948 geboren sind und eine Altersrente nach Altersteilzeit mit 60 Jahren in Anspruch nehmen wollen, rät die Gewerkschaft Verdi, vorsorglich vor dem 3. Dezember mit dem Chef einen Altersteilzeitvertrag zu vereinbaren. Denn entscheidet sich das Kabinett für die Pläne, gelten die vorherigen Vereinbarungen. Wer also vor dem 3. Dezember Altersteilzeitarbeit vereinbart hat, für den wird das Rentenalter nicht angehoben. Der Beginn der Altersteilzeit ist aber nicht von dem Stichtag abhängig. Diejenigen, die am 3. Dezember noch keine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet haben und ab dem 1. Januar 1946 bis 31. Dezember 1951 geboren sind, genießen keinen Vertrauensschutz. Nach den neuen Planungen wird für sie das Rentenzugangsalter für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit ab Januar 2006 in monatlichen Schritten angehoben - vorausgesetzt das Kabinett beschließt das neue Gesetz.</P><P>Arbeitslose</P><P>Wer vor dem 4. Dezember 1948 geboren ist und am Tag des Beschlusses arbeitslos ist, für den wird das Rentenalter ebenfalls nicht angehoben. Die Vertrauensschutzregelung gilt in diesem Fall automatisch.</P><P>Seit 1952 Geborene</P><P>Erwerbstätige, die im Jahr 1952 und in den Jahren danach geboren sind, sind von der geplanten neuen Regelung nicht betroffen. Sie können bereits seit der Rentenreform im Jahre 1992 die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit sowie die Altersrente für Frauen nicht mehr - auch nicht mit Abschlägen - in Anspruch nehmen. Diese Personengruppe kann jedoch weiterhin die Regelaltersrente, die Altersrente für langjährig Versicherte und die Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragen.</P><P>Frauen</P><P>Frauen, die zwischen dem 1. Januar 1945 und 31. Dezember 1951 geboren sind, 15 Jahre Wartezeit erfüllen und nach ihrem 40. Geburtstag mehr als zehn Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, können weiterhin, auch wenn sie keinen Vertrauensschutz nach der Neuregelung haben, mit vollendetem 60. Lebensjahr die Altersrente für Frauen beantragen. Allerdings müssen sie mit Abschlägen von bis zu 18 Prozent rechnen.</P><P>Schwerbehinderte</P><P>Auch Schwerbehinderte können, wenn sie keinen Vertrauensschutz nach der Neuregelung genießen, nach 35 Jahren Wartezeit die Altersrente für Schwerbehinderte mit Abschlägen mit vollendetem 60. Lebensjahr oder abschlagsfrei mit 63 Jahren in Anspruch nehmen. Laut Bundessozialministerium werden die einzelnen Punkte des Referentenentwurfs mit den Hartz-Gesetzen für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt abgestimmt. Dies betreffe auch die Altersteilzeitregelung.</P><P>Informationen im Internet unter www.verdi.de oder am kostenfreien Servicetelefon der Landesversicherungsanstalt (LVA) unter  (0800) 4 63 65 82<BR></P>

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