Frühere Siemens-Manager angeklagt

- Frankfurt/Main/München - Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt hat Anklage gegen zwei frühere Siemens-Manager wegen Bestechung in Millionenhöhe erhoben. Den 62 und 72 Jahre alten Ex-Managern der Kraftwerkssparte in Offenbach wird vorgeworfen, für einen Großauftrag über 6 Millionen Euro Schmiergelder an zwei Geschäftsführer des italienischen Energieversorgers ENEL gezahlt zu haben, teilte die hessische Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag in Frankfurt mit.

Der gemeinschaftlich mit der Firma Ansaldo abgewickelte Auftrag über Gasturbinen, Zubehör und Wartungsverträge habe ein Volumen von mehr als 450 Millionen Euro gehabt, von denen 338 Millionen auf die Siemens AG entfallen seien, berichtete die Ermittlungsbehörde.

Siemens wie auch ENEL wollten das schwebende Verfahren nicht kommentieren, wiesen aber darauf hin, dass die Beteiligten nicht mehr in den Firmen tätig seien.

Die gegen Auflagen von der Untersuchungshaft verschonten Beschuldigten müssen sich voraussichtlich vor der Wirtschaftskammer des Landgerichts Darmstadt verantworten. Gegen drei weitere Beschuldigte laufen der Mitteilung zufolge noch Ermittlungen in Frankfurt, während die ENEL-Manager von der Staatsanwaltschaft Mailand verfolgt werden.

Die deutschen Manager sollen auch eine schwarze Kasse für Schmiergelder unterhalten haben, in der die Ermittler rund 12 Millionen Schweizer Franken (7,62 Millionen Euro) fanden. Das Geld sei durchweg für "nützliche Aufwendungen" im Korruptionssinne verwendet worden. Die Beschuldigten müssen sich daher auch wegen Untreue beziehungsweise Beihilfe dazu verantworten. Die Zahlungen an die Italiener seien über Konten verschiedener Firmen und Stiftungen in Liechtenstein, Dubai und Abu Dhabi geleitet worden.

Es handelt sich um einen der ersten Fälle nach dem 1998 in Kraft getretenen Internationalen Bestechungsgesetz, das auch die Bestechung von Amtsträgern im Ausland unter Strafe stellt.

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