Causa Kreidl: Staatsanwaltschaft will Anklage erheben

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Die Nachfrage steigt – immer mehr Betriebe melden bei der Bundesagentur für Arbeit freie Stellen. So auch im Hotel- und Gaststättengewerbe, wobei die Hochsaison dort noch gar nicht begonnen hat.

Frühjahrs-Aufschwung überrascht alle

Nürnberg - Der Arbeitsmarkt kommt in Schwung. Überraschend deutlich ging die Anzahl der Arbeitslosen im April zurück. Das schöne Wetter allein ist nicht der Grund - die Konjunktur spielt kräftig mit.

Besser hätte man es nicht haben können: Am bislang sonnigsten und wärmsten Tag des Jahres verkündete die Bundesagentur für Arbeit (BA) die bislang besten Entwicklungen auf dem Jobmarkt. BA-Chef Frank-Jürgen Weise sprach von einem „unerwartet kräftigen Frühjahrsaufschwung".

Zwar verblüffen die Arbeitsagenturen seit Monaten mit unerwartet robusten Zahlen. Doch selbst optimistische Volkswirte hatten diesen Sprung nicht für möglich gehalten. Nach dem langen und frostigen Winter stellen Baufirmen, Landwirte und Gärtnereien nun erneut ein. Hinzu kommt die anziehende Konjunktur, die so mancher Firma wieder die Auftragsbücher füllt. Die Arbeitslosenquote sank deshalb um gleich 0,4 Punkte auf 8,1 Prozent.

Mit 318 600 liegt die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat erstmals seit Januar 2009 wieder unter dem Vorjahreswert. Allerdings ist der Frühjahrsaufschwung mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 35 600 nicht so stark ausgefallen wie etwa in den Jahren 2005 und 2006. Bayern weist aber als einziges Bundesland wieder eine Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent auf.

Staatsregierung und Wirtschaft gerieten am Donnerstag angesichts der Zahlen und des weiß-blauen Himmels über dem Freistaat ins Schwärmen. „Frühlingssonne lässt Arbeitsmarkt aufblühen", kommentierte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). „Bayerns Arbeitsmarkt hat wieder Fahrt aufgenommen", zitiert die Staatskanzlei Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der noch im fernen Peking weilt. Seine Arbeitsministerin Christine Haderthauer hingegen schwelgte daheim: „Wir sind passend zum Frühlingswetter bereit für sonnige Zeiten." Bei der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) heißt es: „Der bayerische Arbeitsmarkt ist in beeindruckend guter Verfassung." Auf den deutschen Markt bezogen ließ sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu einem „Fels in der Brandung"-Vergleich hinreißen.

Bei all diesen blumigen Redewendungen rückten blanke Zahlen und etwas ernüchternde Erklärungen fast in den Hintergrund. So spricht die Bundesagentur zwar von einer „konjunkturbedingten Verbesserung", da sich auch saisonbereinigt bundesweit ein Minus bei den Jobsuchenden um 68 000 im vergangenen Monat ergab. Allerdings wäre die Lage ohne eine Änderung der Statistik im vergangenen Mai nicht ganz so positiv - ohne diesen Sondereffekt läge die Zahl der Arbeitslosen sogar minimal über dem Vergleichswert vom Vorjahr. Diese Verschiebung bestätigt sich auch in der konstant gebliebenen Unterbeschäftigung. Als unterbeschäftigt gelten neben Arbeitslosen etwa auch Ein-Euro-Jobber oder kranke Menschen.

Ein weiterer Punkt, der den April-Statistiken guttat, waren die frühen Osterferien. Einstellungen zum Ende der Ferien zählten im April dieses Jahres schon mit.

Dennoch: „Die Zeichen wirtschaftlicher Erholung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt werden immer deutlicher", betonte Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern. So stieg im April auch die Zahl der gemeldeten Stellen um knapp 2300 auf rund 59 000 - über 33 000 mehr als im Vorjahresvergleich. Hohe Stellenzugänge finden sich laut Holtzwart vor allem bei der Zeitarbeit, im Gastgewerbe, dem verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen.

Der erhöhte Bedarf an Kräften im Hotel- und Gaststättengewerbe erkläre sich nicht allein durch das schöne Wetter, betonte ein Sprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. Schließlich beginne die wirkliche Tourismus- und Ausflugs-Saison erst um Pfingsten. „Die Betriebe investieren wieder verstärkt in festes Personal", sagte er - kurzzeitig angestellte Saisonkräfte würden derzeit nur einen geringen Teil ausmachen.

sba/apn/dpa

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