Frühjahrsaufschwung drückt Arbeitslosenzahl

Nürnberg - Der Frühjahrsaufschwung lässt die Zahl der Arbeitslosen erneut sinken. Für die erfreuliche Entwicklung gibt es zwei Hauptgründe.

Nach Schätzungen von Volkswirten deutscher Großbanken waren im April 80 000 bis 90 000 Menschen weniger auf Jobsuche als im März - und rund 100 000 weniger als vor einem Jahr. Grund dafür sei zwar auch die anziehende Konjunktur, doch spiele im April saisonbedingt das wärmer werdende Wetter die Hauptrolle. Den Experten zufolge waren 3,47 bis 3,48 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die offiziellen Daten will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag veröffentlichen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zieht derweil erneut an. Der Stellenindex BA-X stieg im April deutlich um 7 auf 147 Punkte. Damit bewege sich die Nachfrage weiter aus ihrem krisenbedingten Tief heraus, urteilte die Bundesagentur. Der BA-X liege derzeit ungefähr auf dem Niveau vom Frühjahr 2006, als der letzte Aufschwung vor der Wirtschaftskrise begonnen hatte.

Es bleibe jedoch abzuwarten, ob die Unternehmen bei zunehmender wirtschaftlicher Erholung weitere Arbeitskräfte einstellten, gab die Nürnberger Behörde zu Bedenken. Denn in der Krise hatten viele Firmen versucht, ihre Mitarbeiter durch den Abbau von Arbeitszeitguthaben und mit Hilfe von Kurzarbeit zu halten. “Der Neueinstellungsbedarf könnte sich daher moderater entwickeln als im letzten Aufschwung“, betonte die BA.

Dennoch rechnen die Volkswirte inzwischen kaum noch mit einem nennenswerten Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr, sofern man von saisonalen Schwankungen absieht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa erwarten die Fachleute im Schnitt etwa 3,42 Millionen erwerbslose Männer und Frauen in Deutschland - das wären in etwa so viele wie 2009. Noch im Herbst vergangenen Jahres hatten die Ökonomen sowie die Bundesagentur krisenbedingt eine Zunahme von rund 700 000 prognostiziert.

dpa

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