Frühjahrsputz mit Spiritus, Spülmittel und Backpulver

Ohne Chemie: - Pünktlich zum Frühjahrsputz wandert der Blick durch die Supermarktregale: Das Angebot an Reinigungsmitteln ist riesig. Doch viele Produkte sind verzichtbar, einige sogar schädlich. Die erste Frage ist daher, ob überhaupt Chemie zum Einsatz kommen muss.

"Reinigung besteht immer aus vier Faktoren: Wasser, Chemie, Mechanik und Zeit", erläutert Gitta Geue, Umweltreferentin in der Verbraucherzentrale Bayern in München. "Den Faktor Chemie kann ich gering halten, indem ich mehr Wasser oder mehr Mechanik oder mehr Zeit aufbringe."

Böden und Flächen

Zum Wischen von Holzböden, aber auch zur Beseitigung von leichten Verschmutzungen genügt oft pures Wasser. "Auch neun von zehn Flecken im Teppich gehen mit Wasser raus", sagt Martin Lutz, Leiter des Forschungs- und Prüfinstituts für Facility Management. Viele Flecken lassen sich durch das Reiben mit der rauen Seite eines Schwamms oder durch Mikrofasertücher entfernen.

Wenn Wasser nicht ausreicht, müssen Reinigungsmittel dazugenommen werden. Bei allen Produkten ­ vor allem bei Konzentraten ­ gilt: Sie sollten so sparsam wie möglich dosiert werden. Ratsam ist, zunächst ein möglichst mildes Mittel auszuprobieren, zum Beispiel ein Handspülmittel. "Spülmittel eignen sich für alle leichteren Verschmutzungen", sagt Geue. Bei stärkerer Verschmutzung hilft Allzweckreiniger. Er wird mit Wasser verdünnt und zum Reinigen fast aller Bodenbeläge und Oberflächen ­ außer Holz ­ verwendet. "Ein Allzweckreiniger sollte pH-neutral oder schwach alkalisch sein", rät Lutz. Sind unter den Inhaltsstoffen anionische oder nichtionische Tenside zu finden, löst das Mittel auch Fettflecken.

Backofen

Wenn die fettlösenden Tenside geschickt angewandt werden, lässt Spülmittel sogar den verkrusteten Backofen wieder glänzen. "Sobald der Braten raus ist, wird eine feuerfeste Schüssel mit Wasser in den Ofen gestellt. Nach dem Essen wird dieser dann mit einem Schwamm und Spülmittellösung ausgewischt", erklärt Karla Ahrens vom Deutschen Hausfrauenbund. Alternativ kann der Ofen nachträglich nochmals auf 50 Grad erhitzt werden. Diese Methode ist nicht nur günstiger, sondern auch gesünder als Backofenspray. Sind die Verschmutzungen stärker, sollte zum Allzweckreiniger gegriffen werden.

Bad und Küche

Gegen Kalkablagerungen rund um die Spüle und im Bad können milde Spülmittel und Allzweckreiniger kaum etwas ausrichten. Die unschönen Flecken lassen sich am besten mit Zitronensäure entfernen. Im Prinzip funktioniert das sogar mit purer Zitronensäure zum Beispiel aus dem Saft einer Frucht. Doch dieser bekämpft nur die Kalkflecken und nicht die Fettablagerungen direkt daneben. "In flüssigen Entkalkungsmitteln auf Zitronensäurebasis -­ häufig auch saure Sanitätsreiniger oder Badreiniger genannt ­- sind zusätzliche reinigungsaktive Substanzen enthalten, die auch gegen Fett wirken", erläutert Lutz.

Das Mittel wird am besten mit einem Schwamm auf die verkalkten Stellen aufgetragen. Dort sollte es einige Minuten einwirken und dann mit klarem Wasser abgespült werden. Bei Oberflächen aus Marmor, Beton oder Kunststoff ist jedoch Vorsicht geboten: Sie können durch die Säure stumpf werden. Außerdem dürfen Entkalker auf keinen Fall gleichzeitig mit Chlorreiniger oder Schimmelpilzentferner benutzt werden: Dann entsteht hochgiftiges Chlorgas.

Zitronensäurehaltige Entkalker helfen auch gegen Schmutz im WC. "Ideal ist es, ein altes Handtuch über Nacht mit Reinigungsmittel zu tränken und unter den WC-Rand zu klemmen", rät Ahrens. Alternativ wird die Flüssigkeit mit einem groben Schwamm aufgetragen. "Von pulverförmigen WC-Reinigern ist ganz abzuraten", sagt Lutz. Wer regelmäßig und gründlich mit der Bürste auch unter dem Rand schrubbt, brauche das Pulver nicht. Nur bei hartnäckigen Verschmutzungen sollten Scheuermittel verwendet werden. Einfaches Hausmittel: Backpulver mit einer alten, feuchten Zahnbürste aufgetragen ­ das reinigt Fliesenfugen und hilft gegen Kalkflecken.

Fenster

Aus einem Tropfen Brennspiritus, einem Spritzer Spülmittel und viel Wasser entsteht eine Wunderwaffe für makellose Glasflächen. Spezialmittel wie etwa Glasreiniger in Sprühflaschen sind dann nicht notwendig. "Sie haben vor allem den Vorteil, dass sie in der Anwendung praktischer sind", sagt Geue.

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