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Mit einem Rückkauf könnte die Deutsche Bank Geld sparen.

Bericht:

Deutsche Bank plant riesigen Anleihenrückkauf

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank versucht mit allen Mitteln, verschreckte Investoren zu beruhigen. Nach dem Kurssturz legt die Aktie wieder zu. Die Bundesregierung sieht keinen Anlass zur Sorge um Deutschlands größtes Geldhaus.

Die Deutsche Bank versucht im Kampf um verlorenes Vertrauen bei Anlegern in die Offensive zu kommen. Das Institut erwägt nun einen milliardenschweren Rückkauf von eigenen Anleihen.

Dabei geht es allerdings nicht um die zuletzt besonders unter Druck geratenen eigenkapitalähnlichen Schuldverschreibungen ("Cocos"). Ein entsprechender Bericht der "Financial Times" wurde in Finanzkreisen bestätigt. Bei einigen Händlern hat die Bank bereits vorgefühlt. An der Börse kam der Plan gut an.

Nach den heftigen Kursverlusten der vergangenen Tage legten Deutsche-Bank-Aktien am Vormittag um fast 15 Prozent zu und waren damit bester Wert im Dax. Seit Jahresbeginn haben die Aktien der Bank trotz des Kursanstiegs immer noch rund ein Drittel an Wert verloren.

Bei dem möglichen Schuldenrückkauf will sich die Deutsche Bank dem Vernehmen nach auf erstrangige Titel, sogenannte Senior Bonds, konzentrieren. Diese hatte das Institut zuletzt im Umfang von 50 Milliarden Euro im Umlauf. Bezahlen könnte die Bank einen Rückkauf eines Teils dieser Papiere über Reserven in der Bilanz.

Mit Rückkauf kann Bank Kapitalgewinn einstreichen und Zinsen sparen

Mit einem Rückkauf der Schuldscheine unter Nennwert könnte die Bank einen Kapitalgewinn einstreichen und sich künftige Zinszahlungen sparen. Zugleich würde sie neue Nachfrage für die Anleihen schaffen und so deren Wertverfall bremsen. Nachteil ist, dass sich die Bank Spielräume für neue Investitionen und Geschäfte nehmen würde.

Seit Wochenbeginn versucht die Deutsche Bank den verunsicherten Kapitalmarkt zu beruhigen. So betonte Vorstandschef John Cryan in einem Schreiben an die Mitarbeiter angesichts der jüngsten Turbulenzen die Stärke des größten deutschen Geldhauses: "Sie können Ihren Kunden mitteilen, dass die Deutsche Bank angesichts ihrer Kapitalstärke und ihrer Risikoposition absolut grundsolide ist."

Zuvor hatte das Institut versichert, dass trotz eines Rekordverlusts von 6,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr die finanziellen Mittel ausreichten, um 2016 und 2017 die Zinsen für die "Cocos" von jeweils rund 350 Millionen Euro bezahlen zu können.

Trotz der aktuellen Kurserholung blieben einige Beobachter skeptisch. Für einen wirklichen Stimmungsumschwung müssten sich nun auch die Kurse der "Coco"-Anleihen deutlich erholen. Am Mittwoch stieg der Wert dieser Papiere immerhin wieder auf rund 78 Prozent (des Nennwerts), nachdem sie am Dienstag noch auf unter 68 Prozent und damit auf ihren bisher niedrigsten Stand abgerutscht waren. Normal wäre bei den aktuellen Zinsen ein Niveau von rund 95 Prozent.

Während sich der deutsche Mittelstand beunruhigt zeigte von der Krise der Deutschen Bank, bekräftigte eine Sprecherin von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Mittwoch in Berlin die Einschätzung des CDU-Politikers, dass es dafür keinen Anlass gebe: "Das ist die Aussage und die Meinung des Bundesfinanzministers, der selbstverständlich informiert ist durch ein großes Ministerium mit nachgeordneten Behörden."

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, sagte unterdessen: "Uns macht natürlich Sorgen, was da geschieht." Die deutsche Wirtschaft mit ihren vielen mittelständischen Firmen und Familienunternehmen brauche starke Banken auf dem Heimatmarkt: "Keine Volkswirtschaft ist so sehr darauf angewiesen, dass Banken ausreichend Darlehen geben."

dpa

Deutsche Bank zu Zinszahlungen 8.2.2016

Botschaft Schenck 8.2.2016

Botschaft Cryan 9.2.2016

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