Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Der Weg zum Führerschein

Der Führerschein steht für Freiheit, Unabhängigkeit und das Erwachsensein. So gut wie jeder Jugendliche träumt, ihn endlich in Händen halten zu dürfen. Hier einige Tipps, wie man das am besten erreicht.

Der Führerschein kostet viel Geld. Wer ein Auto steuern will, muss in Bayern durchschnittlich mit Ausgaben in Höhe von rund 1640 Euro rechnen. Ein Motorradführerschein kostet im Durchschnitt 1350 Euro. In der Stadt ist es meist wesentlich mehr, da können für den Pkw-Führerschein schon mal 2500 Euro anfallen. Dazu kommen noch die Prüfungsgebühren des Tüv, die Gebühren für Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs sowie die Gebühren für den eigentlichen Führerschein. Also will das Ganze gut geplant sein.

Welche Schule?

Welches die richtige Fahrschule ist, ist zu allererst Vertrauenssache. Am besten man hört sich im Freundeskreis um. Der ein oder andere macht vielleicht gerade selbst den Führerschein, oder hat ihn bereits gemacht und kann eine Fahrschule empfehlen. Wichtig ist natürlich auch der Preis. Im Durchschnitt kostet eine Fahrstunde in Bayern 32 Euro. Laut Walter Weißmann vom Landesverband Bayerischer Fahrlehrer sollte die Fahrschule einem sagen, wie viel eine Stunde kostet. "Wenn ein Komplettangebot von einer Fahrschule angeboten wird, stimmt in der Regel etwas nicht", sagt er. Es sei vorher nie klar, wie viele Stunden ein Schüler letztlich benötigt. Im Durchschnitt könne man das Fahren in etwa 36 Stunden lernen, Sonderfahrten inklusive. "Es kann aber auch sein, dass jemand 48 Stunden plus zwölf Sonderfahrten braucht", erklärt Weißmann. Für den wird es dann entsprechend teurer. Zu den Sonderfahrten gehören Überland-, Nacht- und Autobahnfahrten. Hinzu kommen auch noch die Kosten für den Theorieunterricht.

Intensivkurs?

Von Intensiv- oder Ferienkursen hält Weißmann wenig. "Grundsätzlich ist es wertvoll, wenn die Leute sich Zeit lassen", sagt er. Nur dann könne man das Erlernte auch reflektieren. Andererseits hat man in den Ferien keine schul-, studien- oder arbeitsbedingte Ablenkung. Doch wer es dann in dem festgesetzten Rahmen nicht schafft, hat ein Problem. Grundsätzlich wird bei Intensivkursen vorsichtshalber geraten, eine Verlängerungswoche einzuplanen.

Straftat: Nachhilfe

Wichtig ist, dass Fahrunterricht nur von ausgebildeten Fahrlehrern erteilt werden darf. Es ist keine gute Idee, wenn Eltern beschließen, dem Nachwuchs etwas Nachhilfe zu geben. "Das ist eine Straftat und führt für eine Zeitlang zum Fahrerlaubnisentzug", warnt Weißmann. Wer außerhalb der Fahrstunden trainieren will, sollte dies im Verkehrsübungspark Augsburg tun. Zwischen Februar und November hat der Park montags und mittwochs von 18.30 bis 21.30 Uhr geöffnet. Jeder über 16 Jahre kann dort mit dem eigenen Auto üben. Die Begleitperson muss seit mindestens drei Jahren im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sein. Die erste Stunde kostet 16 Euro, jede weitere elf Euro. ADAC-Mitglieder zahlen jeweils zwei Euro weniger. Weitere Infos gibt es unter Tel.: 08 21/7 48 74  44. Wer für die theoretische Prüfung üben will, kann dies unter www.tuev-sued.de.

Heimliche Prüfung

Erst wenn der Fahrlehrer meint, dass der Schüler bereit ist, zur Prüfung anzutreten, darf er ihn hinschicken. Ratsam ist, den Prüfungstermin nicht so zu wählen, dass er in der Nähe von anderen Prüfungen wie zum Beispiel dem Abitur liegt. Der Tüv Süd rät dazu, die Prüfung heimlich zu machen und Freunden vorher nichts davon zu erzählen, um den Druck nicht zu groß werden zu lassen.

Außerdem sollte man beim Fahren - übrigens nicht nur bei der Prüfung - leichte bequeme Kleidung und geeignete Schuhe tragen. Hochhackige Schuhe oder klobige Wanderschuhe sind ungeeignet.

Knapp 70 Prozent der Prüflinge bestehen auf Anhieb, sagt Weißmann. 2006 waren das in Bayern 155 000 Autofahrer. Wichtig ist hierbei, dass diejenigen, die ihre Prüfung in einem Automatikauto absolviert haben, später keine Autos mit Gangschaltung fahren dürfen. Andersherum gilt das nicht. Wer gelernt hat zu schalten, darf später aussuchen, welche Art von Auto er fahren will.

Wie versichern?

Ist der Führerschein geschafft, steht bei vielen gleich der nächste Wunsch im Raum: das erste Auto. Doch als Führerscheinneuling ist es ganz schön teuer, ein Auto zu versichern. Die Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern, Hedwig Telkamp, rät deshalb, das Auto als Zweitwagen der Eltern zu versichern. Dann könne der Führerscheinneuling erstmal in Ruhe Erfahrung sammeln und sich später besser einstufen lassen. "Für jemanden der vorher schon Mofa gefahren ist, gibt es Versicherungen, die eine geringere Einstufung gewähren", erklärt Telkamp eine weitere Alternative. Davon sein Auto selbst zu versichern, rät die Versicherungsexpertin Führerscheinneulingen ab. "Dann ist es richtig teuer. Das ist die schlechteste Lösung, wenn es keine andere gibt."

Fahrerlaubnis als Geschenk

Für Paten, Großeltern und Eltern, die frühzeitig Geld für den Führerschein eines Kindes auf die Seite legen möchten, hat Investmentberater Wolfgang Dutz einige Tipps parat. Ist das Kind gerade erst geboren, "dann kommt eigentlich nur ein Aktienfonds infrage, natürlich ein konservativer Aktienfonds, kein spekulativer", sagt Dutz. "Langfristig ist es mit Abstand das erfolgreichste Produkt zum Vermögensaufbau und das gilt seit 100 Jahren." Im Durchschnitt bringe ein konservativer Aktienfonds jedes Jahr zehn Prozent. Paten, Großeltern oder Eltern müssten dafür in der Regel mindestens 100 Euro im Monat anlegen, oder einmal 2500 Euro. Aus 2500 Euro könnten in 18 Jahren 10 000 Euro werden, schätzt der Investmentberater.

Wenn man davon ausgeht, dass ein Führerschein heute bis zu 2500 Euro kosten kann, bleibt bei dieser Anlage vielleicht auch noch etwas für ein erstes Auto übrig.

Sind es nur noch fünf Jahre bis zum Führerschein des Kindes, rät Dutz zu einem Banksparplan. Den gebe es ab 50 Euro monatlich. Verzinst werde er im Durchschnitt mit 3,5 bis 4,5 Prozent im Jahr. Nach fünf Jahren habe man 3000 Euro plus Zinsen zusammengespart. 

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