Fünf Milliarden wegen roter Zahlen: Wie man sich Dispozinsen spart

- Wenn das Konto "in den Miesen" ist, fallen Überziehungszinsen an. Weil ein großzügiges Polster auf dem kaum verzinsten Girokonto schlecht angelegt ist, kommt es aber immer wieder zu Engpässen. Den kurzen, für diese Fälle gewährten Spielraum lassen sich die Banken gut bezahlen. Und diese Zinsen summieren sich im Lauf der Zeit.

Fünf Milliarden Euro geben die Deutschen im Jahr für Dispozinsen aus, hat die Citibank errechnet. Nach Statistiken der Bundesbank lag das monatliche Volumen an Überziehungskrediten in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Schnitt bei 50 Milliarden Euro. Bei einem durchschnittlichen Jahreszins von zehn Prozent ergeben sich damit Ausgaben von 5 Milliarden Euro.

In Wirklichkeit liegt diese Zahl wohl noch höher. Nach Angaben der unabhängigen Finanzberatung FMH gibt es auch Girokonten mit einem Dispozins von 13,5 Prozent.

Sparen lässt sich mit der Wahl des richtigen Kontos

Die Zinsen der großen deutschen Filialbanken mit den meisten Kunden liegen bei 12,25 oder 12,5 Prozent, so die Berater, die regelmäßig die Konditionen von 55 Instituten auswerten.

Sparen lässt sich daher vor allem mit der Wahl des richtigen Kontos. Die Stiftung Warentest rät, vor der Kontoeröffnung vor allem die Zinskonditionen gut zu vergleichen. Wichtig ist es darüber hinaus, den Kontostand regelmäßig zu kontrollieren, so Markus Lietz, Bankexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, am besten zweimal im Monat.

Den Überblick nicht zu verlieren, ist Lietz zufolge wichtig. Immer noch gelte: "Die beste Geldanlage ist die Tilgung der eigenen Schuld." Den durchschnittlichen Wert des Schuldzinses von 11 Prozent könne keine Geldanlage erwirtschaften, vor allem nicht bei den derzeit besonders niedrigen Zinsen.

Was so banal klingt, ist vielen Deutschen offenbar nicht klar. Laut einer aktuellen Studie im Auftrag der GE Money Bank kennt jeder dritte nicht die Höhe seines Dispozinses. Da verwundert es nicht, dass Experten zufolge immer wieder grundlegende Haushaltsregeln missachtet werden.

"Ich muss wissen, wann ich im Monat oder Jahr welche Einnahmen und Ausgaben habe", sagt Elvira Hartmeier vom Beratungsdienst "Geld und Haushalt" des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Viele scheuten vor dieser kleinen Fleißarbeit zurück. "Wer sich mit Kontoauszügen und Versicherungsbelegen eine halbe Stunde hinsetzt, hat das aber schnell erledigt." Zur Sicherheit sollten außerdem immer bis zu drei Monatsgehälter schnell verfügbar sein. Mit Geld vom Sparbuch oder Tagesgeldkonto ließen sich rote Zahlen schnell ausgleichen.

Zinsen in begrenztem Umfang von der Bank zurückholen kann man auch, wenn man nach jeder Gehaltsüberweisung den Teil des Geldes, den man gerade nicht braucht, auf das Sparbuch oder ein Tages- oder Festgeldkonto umbucht. Für Online-Kunden ist das mit wenigen Griffen auf die Tastatur geschehen.

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