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Marc-Oliver Prinzing, Vorsitzender des Bundesverbands Fuhrparkmanagement, wiest darauf hin, dass die Bedeutung der gewerblichen Kunden beim Diesel zugenommen habe. Foto: Axel Schäfer/Prinzing

Gewerbliche Kunden

Fuhrparkmanager: Dieselautos nicht so leicht zu ersetzen

Besonders gewerbliche Kunden kaufen nach wie vor Diesel-Fahrzeuge. Fuhrparkmanager spielen dabei eine wichtige Rolle - und sagen klar, dass sie auf den Diesel nicht verzichten können. Das Handwerk macht sich Sorgen wegen der jüngsten Ideen des VW-Chefs.

Berlin/Mannheim (dpa) - Der Diesel ist trotz breiter Kritik aus Sicht von gewerblichen Kunden auf absehbare Sicht nicht zu ersetzen. "Der Diesel spielt eine enorm wichtige Rolle in den Fuhrparks, und er wird ihn auch künftig spielen".

Das sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Fuhrparkmanagement, Marc-Oliver Prinzing, der Deutschen Presse-Agentur. "Der Diesel ist nicht so leicht ersetzbar." Fuhrparkmanager sind wichtige Autoeinkäufer. Sie steuern den Einsatz von Flotten etwa bei großen Unternehmen.

Der Dieselanteil bei den Neuzulassungen sinkt seit Monaten. Als Hauptgründe gelten drohende Diesel-Fahrverbote in Städten und der Abgas-Skandal.

Der Anteil der Privatkäufer bei den Diesel-Neuzulassungen ist deutlich geringer als der gewerblicher Kunden. Im Oktober wurden 43 Prozent aller neuen Diesel von Firmen neu zugelassen. Die Bedeutung der Flottenmanager sei daher klar gestiegen, sagte der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Prinzing verwies darauf, dass die Bedeutung der gewerblichen Kunden beim Diesel zugenommen habe. Der Diesel sei immer noch einer der wirtschaftlichsten Antriebe. Die neuesten Euro-6-Diesel hätten keine Umweltprobleme.

Dagegen stehe die Nutzung von Elektrofahrzeugen in gewerblichen Fuhrparks noch am Anfang. "Viele Unternehmen probieren das derzeit zwar aus, auch um Schrittmacher zu sein. Aber in den klassischen Fuhrparks - vor allem bei Außendienstlern - sind Elektroautos noch kein Thema, weil sie nicht funktionieren." Dabei gehe es um die Reichweite und vor allem um die Frage, wo ein Außendienstmitarbeiter sein Auto laden könne, wenn er unterwegs ist.

"Es ist nicht wirtschaftlich, mit einem Elektrofahrzeug 30.000 oder 40.000 Kilometer im Jahr zu fahren. Diese Fahrzeuge sind außerdem meist auch Fahrzeuge, die zur privaten Nutzung der Mitarbeiter zur Verfügung stehen - das bedeutet, er muss den geldwerten Vorteil versteuern, das ist nicht machbar." Prinzing betonte: "Elektrofahrzeuge rechnen sich noch nicht."

Beim Diesel war jüngst auch das Thema Kraftstoff-Besteuerung wieder in die Diskussion gekommen. VW-Konzernchef Matthias Müller hatte sich überraschend dafür ausgesprochen, die Subventionierung des im Vergleich zu Benzin billigeren Dieselsprits zu überdenken und stattdessen mehr finanzielle Mittel etwa in die E-Mobilität zu stecken. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, kritisierte dies - wegen der dann absehbar höheren Kosten für Dieselfahrer.

"Die Äußerung ist ein Schlag ins Gesicht der Kunden, das ist mittelstands- und kundenfeindlich", sagte der Handwerkspräsident der "Rheinischen Post" (Samstag). Vor allem Handwerksbetriebe seien auf Dieselautos angewiesen. Auch die Idee einer blauen Umweltplakette für besonders schadstoffarme Fahrzeuge würde "eine kalte Enteignung der Kunden" bedeuten.

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