Funkausstellung IFA beginnt

Berlin - Mit großen Erwartungen der Industrie beginnt die 47. Funkausstellung IFA an diesem Freitag in Berlin. Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr stellt sich die Branche auf eine große Nachfrage des Handels und volle Auftragsbücher ein.

"Die IFA bringt den entscheidenden Impuls für den Start in die Hauptsaison", sagte der Aufsichtsratschef des IFA-Veranstalters gfu, Rainer Hecker, der auch den Fernsehgeräte-Hersteller Loewe führt. Sony-Deutschlandchef Manfred Gerdes erwartet auf der Messe alle für wichtigen Händler.

Der Mobilfunkanbieter O2 gab zum IFA-Start den Einstieg ins Billigsegment mit der Marke Fonic bekannt. Sie solle rasch zu den Marktführern Aldi Talk und Simyo aufschließen, sagte Fonic-Geschäftsführer Björn Flormann. Loewe stellte die erste Dividende nach vier Jahren in Aussicht, wenn die Ziele für dieses Jahr erfüllt werden. Der Softwarekonzern Microsoft stellte mit dem Windows Home Server ein Daten-Speichersystem für private Haushalte vor. Samsung greift im Wettlauf um die Nachfolge der DVD als zweiter Hersteller zu Hybrid-Playern, die Discs beider rivalisierender Formate Blu-Ray und HD DVD wiedergeben können.

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Die Elektronik-Branche sieht unterdessen eine Entspannung bei dem in vergangenen Jahren massiven Preisabfall zum Beispiel bei flachen Bildschirmen. "Insgesamt haben wir eine Verlangsamung des Preisverfalls", sagte Hecker. Als einen Grund nannte er die hohen Abschläge der Vorjahre. Durch technologische Entwicklungen wie hochauflösendes Fernsehen, 100-Hertz-Techologie oder höherwertige Lautsprechersysteme sei beim Produktmix der Anteil teurer Geräte gestiegen. Auch seien die Verbraucher bereit, mehr Geld auszugeben. Innerhalb einzelner Bereiche werde es aber nach wie vor Preisabschläge von 20 bis 30 Prozent geben.

Die diesjährige IFA meldet mit 1212 Aussteller aus 32 Ländern einen Rekordbesuch. Kurz vor IFA-Beginn äußerte sich der Geschäftsführer der Messe Berlin, Christian Göke, zuversichtlich, dass in den 26 Hallen unter dem Funkturm mehr Verträge abgeschlossen werden als im Vorjahr. 2006 wurden auf der weltgrößten Branchenschau an sechs Tagen Kontrakte im Wert von 2,5 Milliarden Euro unterzeichnet.

Der IFA-Veranstalter Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu setzt auf eine große Neugier der Besucher für die neue Technik. Ziel sei, die Zahl von 220 000 Gästen aus dem Vorjahr zu übertreffen. Auf dem gesamten Messegelände soll es bis zum 5. September Musik und Shows für junge und alte geben.

Thema auf der IFA ist unter anderem der digitale Fernsehempfang, der in Berlin einen Schub bekommen soll. Wachstumsträger der Branche sind flache LCD-Fernsehgeräte, digitale Kameras, MP3-Player, Navigationsgeräte sowie Videospiele, Mobiltelefone und Notebooks. Der Industrieverband EICTA will auf der IFA am Freitag ein neues Siegel für HD-fähige Fernseher vorstellen. Geräte mit einer Display- Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten sollen künftig das Logo "HD ready 1080p" tragen.

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