Fusion im Eilverfahren

- München - Die italienische Großbank UniCredit hat mehr als 88 Prozent der Anteile an der HypoVereinsbank übernommen und drückt bei der Fusion zur viertgrößten Bank im Euroraum aufs Tempo. "Die Integrationsteams arbeiten mit Hochdruck", sagte HVB-Chef Dieter Rampl am Freitag in München. Nach einer Sitzung des UniCredit-Vorstands am 18. November soll die neue europäische Großbank an den Start gehen. Am 16. Dezember sollen dann auf einer UniCredit-Hauptversammlung die deutschen Vertreter in den UniCredit-Aufsichtsrat gewählt werden.

UniCredit hatte den HVB-Aktionären in den vergangenen Wochen fünf eigene Aktien je HypoVereinsbank-Anteilsschein geboten. Die Annahmequote lag laut Mitteilung vom Freitag bei 88,14 Prozent. "Das ist ein Ergebnis, das noch deutlich über unseren Erwartungen liegt", sagte Rampl. Die verbliebenen freien Aktionäre können nun noch zwei Wochen lang nachträglich tauschen. UniCredit-Chef Alessandro Profumo kündigte aber an, dass kein Squeeze-Out geplant ist. Die Italiener könnten theoretisch über die Börse auf über 95 Prozent aufstocken und die freien Aktionäre dann aus dem Unternehmen drängen und die HypoVereinsbank AG von der Börse nehmen.

Profumo sagte, er verstehe, dass es Verunsicherung bei den HVB-Beschäftigten gebe. Es gehe aber um eine Wachstumsstory. "Es gibt große Wachstumschancen in Deutschland." Rampl bekräftigte die Ziele für das laufende Jahr. Die HVB wolle und werde eine Eigenkapitalrendite von acht bis neun Prozent erzielen, was einem Gewinn von rund einer Milliarde Euro entspricht. Auch das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu den so genannten Schrottimmobilien beunruhige ihn nicht. "Ich rechne nicht mit nennenswerten Auswirkungen für deutsche Banken." Das Gericht hatte die Rechte der Verbraucher gestärkt, die auf Schrottimmobilien sitzen geblieben sind.

Am Mittwoch hatte HVB-Aufsichtsratschef Albrecht Schmidt seinen Rücktritt erklärt. Insgesamt machen acht Kapital-Vertreter in dem Kontrollgremium ihren Platz frei für Entsandte des neuen italienischen Großaktionärs. Rampl sagte aber, einige der Aufsichtsräte sollten im Dezember in den UniCredit-Aufsichtsrat einziehen. Laut Branchenkreisen handelt es sich dabei unter anderem um Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley und den BMW-Aufsichtsrat Volker Doppelfeld. Zudem wird die Münchener Rück als neuer UniCredit-Großaktionär mindestens einen Vertreter in das Board in Mailand schicken.

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