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Krauss-Maffei Wegmann in Allach, eines der Nachfolgeunternehmen des Münchner Mischkonzerns Krauss-Maffei, schließt sich voraussichtlich 2015 mit dem französischen Panzerbauer Nexter zusammen.  

Krauss-Maffei Wegmann

Fusion der Panzerschmieden

München - Seit über einem Jahr hatten sich die Partner beäugt. Jetzt konnten sie sich zur Verlobung durchringen. Krauss-Maffei Wegmann und der französische Konkurrent Nexter wollen zusammengehen. Eine Familie mit Potenzial für Zuwachs.

Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und sein französischer Konkurrent Nexter haben harte Jahre hinter sich. Beide zählen zu den Panzerschmieden, die in der Zeit des Kalten Krieges das wichtigste Rüstungsgerät für die europäischen Armeen lieferten: Panzer, die man am Heimatmarkt heute kaum noch braucht. Jetzt wollen sie zusammengehen. Für die geplante Firmen-Hochzeit, fassen die Partner den April 2015 ins Auge.

Die einst fünfstelligen Beschäftigtenzahlen sind auf jeweils rund 3000 zusammengeschrumpft. Experten empfehlen längst Zusammenschlüsse auf europäischer Ebene – vergleichbar mit der Gründung von EADS/Airbus. Doch das scheiterte bislang immer an der unterschiedlichen Struktur der Unternehmen. KMW wird von der Eigentümerfamilie Bode beherrscht. An deren Widerstand scheiterte bereits ein nationaler Zusammenschluss mit Rheinmetall, einem Konkurrenten, mit dem KMW bei vielen Projekten (unter anderem Leopard 2 und Puma) zusammenarbeitet.

Statt des Zusammenschlusses der beiden privat geführten Unternehmen kommt nun die Fusion des Familienunternehmens mit einem Staatskonzern. Denn Nexter gehört der französischen Staatsholding GIAT, ist also ein reines Staatsunternehmen, das nun mit einem Familienkonzern verschmolzen wird. Geführt wird das neue Unternehmen mit zwei Milliarden Euro Jahresumsatz über eine privatrechtliche Holding, an der beide Partner jeweils die Hälfte der Aktien halten.

Beide wollen langfristig Anker-Gesellschafter der Holding bleiben. Damit beschreitet das Rüstungsbündnis einen anderen Weg als bei EADS/Airbus, einem ebenfalls deutsch-französischen Zusammenschluss, bei dem der französische Staat sich eigentlich zugunsten privater Investoren zurückziehen wollte, aber inzwischen sogar der Bund, der das nicht wollte, wieder Großaktionär ist.

Große Überschneidungen der Produkte gibt es nicht. Der Nexter-Kampfpanzer Leclerc, ein Konkurrent des deutschen Leopard 2, wird inzwischen nicht mehr gebaut.

Der Erfolg der Fusion hängt davon ab, ob es gelingt die nationalen Militärs davon zu überzeugen, auf europaweit einheitliche Panzerfahrzeuge umzusteigen. Allein in der EU gibt es zwölf verschiedene vierrädrige gepanzerte Landfahrzeuge und acht Modelle mit acht Rädern. Hier sieht die Industrie großes Sparpotenzial.

Doch die Standardisierung ist weit schwieriger als es klingt. Die Militärs halten oft eisern an nationalen Besonderheiten fest. Bisherige europäische Rüstungsprojekte wie etwa der Transport-Airbus A400M oder der Kampfhubschrauber Tiger krankten daran, dass sie durch schwer vereinbare nationale Sonderwünsche verzögert und verteuert wurden.

Für die bestehenden Arbeitsplätze droht zunächst keine Gefahr. Zumindest langfristig rechnet sich das deutsch-französische Bündnis aus, Rüstungsgüter wieder leichter exportieren zu können. Für bestehende deutsche Produkte kommt das nicht in Frage, weil bei jedem Projekt die Beschränkungen vertraglich festgezurrt sind. So darf also auch ein im Ausland in Lizenz gebauter Leopard 2 nicht einfach weltweit exportiert werden. Das letzte Wort hat hier der Bund.

Am leichtesten zu realisieren sind Einsparungen bei der Beschaffung. Ein Konzern mit zwei Milliarden Euro Umsatz, hat mehr Marktmacht als zwei allein agierende mit jeweils einer Milliarde. Das wird den Einkauf verbilligen.

Langfristig ist das Bündnis auch für zusätzliche Partner offen. Doch zunächst, so heißt es bei KMW, müssen die beiden bislang konkurrierenden Unternehmen zusammenfinden. Experten raten aber seit Jahren zu einer weitergehenden Konsolidierung der Rüstungsindustrie. Neue Zusammenschlüsse sind also wohl nur eine Frage der Zeit. Mit Zuwachs für die neue Familie wird es freilich noch ein bisschen dauern.

Martin Prem

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