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Fusionsgespräche beunruhigen Börsianer

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- Frankfurt - Die Gespräche der Deutschen Börse über eine Fusion mit der London Stock Exchange sorgen für Unruhe bei den Beschäftigten in Frankfurt. Die "Financial Times Deutschland" zitierte aus einem Brief des Betriebsrates an den Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert. Darin forderten die Arbeitnehmervertreter, dass der Sitz des Unternehmens im Fall eines Zusammenschlusses der beiden Börsen unbedingt in Frankfurt bleiben müsse. Der Betriebsrat meldete demnach zudem dringenden Gesprächsbedarf an und bat den Börsenchef um einen Termin. Die Unternehmensführung hatte darüber informiert, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben solle und keiner nach London umziehen müsse. In Finanzkreisen hieß es, die Deutsche Börse habe zudem bereits angedeutet, dass das Hauptquartier in Frankfurt bleiben solle.

Mit Blick auf die Äußerungen verschiedener Politiker hieß es, es sei kurzsichtig, Forderungen zu erheben, die dem Finanzplatz Deutschland langfristig schadeten. Angesichts des europäischen Wettbewerbs komme es ohnehin zu einer Konsolidierung in der europäischen Börsenlandschaft.

Die Bundesregierung hat der Deutschen Börse bei der geplanten Übernahme der Börse in London erneut ihre Rückendeckung zugesagt. Das gegenwärtig erwogene Modell für einen fusionierten Börsenkonzern finde die Billigung der Regierung, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums in Berlin.

Gerüchte über eine mögliche Verlegung des Firmensitzes bei einer Übernahme der LSE durch die Deutsche Börse hatten neue Nahrung erhalten, nachdem die Vier-Länder-Börse Euronext, die ebenfalls Interesse an der Londoner Börse hat, diese Option für sich ins Gespräch gebracht hatte. Die "FTD" berichtete unter Berufung auf Finanzkreise, der Vorstand der Frankfurter Börse habe angeboten, die Leitung des Derivategeschäfts und des Kassamarktes bei einer Fusion nach London zu verlegen. Beobachter rechneten damit, dass in diesem Fall mindestens 200 bis 300 der 3200 Arbeitsplätze an die Themse verlegt würden.

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