Fußball-WM als Zugpferd für Gastro-Branche

- Hamburg (dpa) - Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland soll nach Jahren der Konsumflaute 2006 im Gastgewerbe den Ball ins Rollen bringen. Damit rechnen die Aussteller der Hamburger Fachmesse Internorga (3. bis 8. März). Sie erwarten dazu eine verstärkte Investitionsbereitschaft und angesichts der WM mit eine deutliche Belebung der Geschäfte, wie die Veranstalter bekräftigten.

Auch Deutschlands führende 100 Gastronomiebetriebe, mit McDonald's an der Spitze, sind nach Angaben der Fachzeitschrift "food-service" so optimistisch gestimmt wie schon seit dem Jahr 2000 nicht mehr.

Höhere Umsätze (86 Prozent der Befragten), mehr Gäste (80 Prozent) und höhere Erträge (77 Prozent) lautet die Prognose dieser Betriebe für 2006. Im Vorjahr legten sie - entgegen des rückläufigen Branchentrends - im Umsatz um 4,6 Prozent zu und erlösten netto 8,8 Milliarden Euro und damit rund ein Viertel der Branchenerlöse, wie Chefredakteurin Gretel Weiß erläuterte.

Nach einem bereits "guten" Jahresauftakt könnten die Gastronomen während der Weltmeisterschaft weiter Boden gut machen, meinte sie. "Die WM ist die Chance zu zeigen, dass wir kochen, organisieren und multiplizieren können." Dann könne es beispielsweise einem Veranstaltungs-Caterer gelingen, seine Dienstleistung nach dem Sportereignis ins Ausland zu exportieren, sagte die Expertin.

Bei der ausgebuchten Internorga mit 950 Ausstellern aus Hotellerie und Gastronomie, von Bäckereien und Konditoreien werden neben neuer Küchentechnik auch eigens zur WM kreierte Produkte vorgestellt. Die Bandbreite reicht von Fußball-Burgern für die Mikrowelle bis zu fußballtypischen Dekorationen und Porzellan.

Die WM berge für alle Branchen des Außer-Haus-Marktes zusätzliche Umsatzpotenziale, sagte Ralf Hübner vom Ausstellerbeirat. Investitionen in die Gerätetechnik von Gaststätten und Hotels sollen rechtzeitig neue Kapazitäten schaffen oder die vorhandenen auf den neuesten Stand bringen. Rund 100 000 Fachbesucher werden zur Internorga erwartet.

Unter den zwanzig führenden Gastro-Betrieben hat es laut "food- service" 2005 kaum Verschiebungen gegeben. Der Möbelhändler Ikea rückte demnach mit seiner Gastronomie (143,5 Mio Euro Umsatz) von Rang 11 auf neun vor und war mit einem Zuwachs von 21,3 Millionen Euro einer der Umsatzgewinner hinter McDonald's, Burger King und Subway.

Fast die Hälfte der Top-100-Erlöse werden durch Fast Food (Quickservice) eingenommen. "Nur Funktionalität, das ist selbst bei Quickservice out", sagte Weiß zu neuen Gastro-Trends. Klassische Gerichte sind wieder im Kommen.

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