Gabriel lehnt Kühlschrank-Prämie ab

München - Im Kampf gegen den steigenden Energieverbrauch hält Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eine Geldprämie bei der Anschaffung sparsamerer Kühlgeräte für den falschen Weg.

"Mit 150 Euro für den Kauf eines Kühlschranks gefährden Sie nur den Staatshaushalt", sagte er am Dienstag in München beim 3. Deutschen Energiekongress in München. Aus den Erfahrungen mit ähnlichen Förderprogrammen sei bekannt, dass diese nur dazu führten, dass die Hersteller die Preise für die Geräte erhöhten.

Damit bezog Gabriel klar Stellung gegen einen Vorschlag von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der einen einmaligen Energiespar-Bonus von 150 Euro beim Kauf besonders sparsamer Kühlgeräte empfohlen hatte. Nach den Plänen einer von Glos eingesetzten Expertengruppe sollten die Hersteller allerdings vor dem Start der Aktion verpflichtet werden, die Preise nicht zu erhöhen.

Der deutschen Industrie bietet die weltweite Nachfrage nach modernen Umwelttechnologien nach Ansicht von Gabriel enorme Exportchancen. "Energieeffizienz ist das industrielle Revolutionsthema der nächsten Jahre." Der Markt für diese Technologien werde sich bis zum Jahr 2020 verdoppeln. Weltweit profitiere die deutsche Industrie von ihren Kernkompetenzen in diesem Bereich. "Wir können schneller und besser als andere neue Produkte und Verfahren erfinden."

Ohne ausreichend Ingenieurs-Nachwuchs mit dem Schwerpunkt Umwelttechnik könne Deutschland diese führende Rolle allerdings verlieren, warnte Gabriel. Er rate Schülern daher zu einem Studium in diesem Bereich, weil es einen sicheren Arbeitsplatz verspreche. "Und nebenbei können sie helfen, die Welt zu retten."

Bei dem hochkarätig besetzten Energiekongress in München hatten hunderte Experten aus Industrie, Verbänden und Politik zwei Tage lang über Energieeffizienz, erneuerbare Energien und andere Themen diskutiert.

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