+
Außenminister Gabriel bei einer Rede im Rahmen der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in Sankt Petersburg. Foto: Inga Kjer

Energieforum in Russland

Gabriel kritisiert EU-Widerstand gegen Nord Stream 2

Sigmar Gabriel nutzt als Außenminister jede Chance für einen Kontakt mit Russland. Beim vierten Besuch in diesem Jahr stärkt er den Investoren eines umstrittenen Erdgas-Projekts den Rücken.

St. Petersburg (dpa) - Außenminister Sigmar Gabriel hat bei einem Kurzbesuch in Russland den Widerstand der EU-Kommission gegen die Ostseepipeline Nord Stream 2 kritisiert.

Es gehe nicht an, dass Brüssel das dritte Energiebinnenmarkt-Paket ändern wolle, um es nachträglich auf das Projekt anzuwenden. "Ich halte das für ein grundsätzliches Problem", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch beim 10. Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum in St. Petersburg. Der russische Staatskonzern Gazprom und seine Partner, aber auch alle anderen Investoren in große Energieprojekte bräuchten Rechtssicherheit.

Gazprom und die EU-Energiekonzerne Wintershall, Engie, Uniper, OMV und Royal Dutch Shell wollen parallel zur bereits existierenden Leitung Nord Stream eine zweite Pipeline durch die Ostsee von Russland nach Deutschland bauen. In der EU-Kommission gibt es Widerstand, weil die Abhängigkeit von russischem Erdgas wachsen könnte. Östliche EU-Mitglieder und die Ukraine befürchten, dass sie mit der neuen Leitung umgangen werden.

Die EU sollte ihr Gasnetz engmaschiger ausbauen, sagte Gabriel. Er kritisierte zudem mögliche neue Russland-Sanktionen der USA, die sich auch gegen Nord Stream 2 richten.

Russland sei ein wichtiger Nachbar, auch wenn es mit ihm Streit wegen der Krim-Annexion und des Konflikts in der Ostukraine gebe, sagte der deutsche Außenminister. Als Lieferant von Energie sei Russland immer zuverlässig gewesen. Für Gabriel war es der vierte Russland-Besuch, seit er im Januar das Außenamt übernommen hat.

Deutschland als größtes EU-Mitglied und Russland als größtes Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion sollten Schrittmacher der Zusammenarbeit sein, regte der russische Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch an.

Der Eurasischen Wirtschaftsunion, dem von Moskau dominierten Gegenentwurf zur EU, gehören die Ex-Sowjetrepubliken Russland, Weißrussland, Armenien, Kasachstan und Kirgistan an. Auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) warb auf dem Forum zu Energie- und Rohstoffkooperation für enge wirtschaftliche Kontakte mit Russland.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Frankfurt/Main (dpa) - Der Online-Portalbetreiber Scout24 übernimmt das Finanzportal Finanzcheck.de. Der Kaufpreis beläuft sich auf 285 Millionen Euro, wie der …
Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen
Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.