Ganztagsbetreuung soll Beruf und Familie besser vereinbar machen

- Berlin - Bundesregierung und Wirtschaft haben sich auf ein Konzept zur Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung verständigt. Familienministerin Renate Schmidt und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wollen das Modell heute anlässlich des Internationalen Frauentages vorstellen.

<P>Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht im Mangel an Kinderbetreuungseinrichtungen einen Hauptgrund für die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben. Die stellvertretende Verdi-Chefin Margret Mönig-Raane forderte eine flächendeckende Ganztagsversorgung für Kinder. "Wenn jede dritte Frau sich gegen Kinder entscheidet, weil sie befürchtet, ihren Beruf aufgeben oder beruflich absteigen zu müssen, ist das alarmierend", sagte sie.</P><P>Schmidt bekräftigte am Wochenende die Chancengerechtigkeit für Frauen als grundsätzliches Ziel der Bundesregierung. Die SPD-Politikerin erklärte, die Koalition wolle die Integrationschancen von Frauen mit Familie in den Arbeitsmarkt erhöhen. Der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen für unter Dreijährige solle es Frauen ermöglichen, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Außerdem werde zur Verwirklichung der Chancengerechtigkeit geprüft, wie einheitliche Tarife für Männer und Frauen bei der Riester-Rente erreicht werden könnten.</P><P>Als gleichstellungspolitisches Signal wertete die SPD-Politikerin die Kandidatur der Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Gesine Schwan, für das Amt des Bundespräsidenten. Schwan ist von Rot-Grün als Gegenkandidatin zum Bewerber der Opposition, IWF-Präsident Horst Köhler, aufgestellt worden.<BR>Das Konzept von Regierung und BDI zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf solle die Kinderfreundlichkeit in Deutschland fördern, schreibt die "Welt am Sonntag". Als Maßnahmen werden unter anderem Sonderurlaub bei Erkrankung des Kindes, eine flexible Pausengestaltung für Eltern und eine Urlaubssperre für Kinderlose in den Schulferien gefordert.</P><P>Eine im Juli 2001 geschlossene freiwillige Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Spitzenverbänden der Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit brachte ernüchternde Ergebnisse hervor, wie das Blatt weiter berichtete. Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) habe ergeben, dass nur die Hälfte der verantwortlichen Manager von der Selbstverpflichtung schon einmal gehört hätten. Lediglich 4,4 Prozent der Betriebe hätten eine innerbetriebliche Vereinbarung zur Chancengleichheit abgeschlossen.</P>

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