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Garantiert zu teuer: Garantie-Policen kosten viel und bringen wenig

- Ob Waschmaschine, Fotoapparat oder vor allem Auto: Kaum gibt ein Kunde mehr als einige hundert Euro für ein potenziell langlebiges Produkt aus, winkt der Verkäufer mit einem speziellen Versicherungsangebot. So genannte Garantieversicherungen versprechen günstige Vorsorge gegen teure Reparaturen. Experten raten allerdings ab: Die Policen seien in den meisten Fällen schlichtweg überflüssig.

<P>Das Prinzip ist einfach: Garantieversicherungen verlängern die zweijährige gesetzliche Herstellergarantie eines Produkts. Immer öfter werden sie angeboten - Verbraucher würden davon geradezu überschwemmt, sagt Frank Braun vom Bund der Versicherten (BdV) in Hamburg. Brauns Urteil über die Policen fällt vernichtend aus: "Es ist unsinnig, eine Garantieversicherung abzuschließen." Erfahrungsgemäß träten Schäden, die unter diese Garantie fallen, sehr frühzeitig auf, also noch während die gesetzliche Garantiefrist gilt. </P><P>Spätere Schäden seien dagegen seltener zu verzeichnen, ist sich Braun sicher. Typische Beispiele seien so genannte Montagsautos, an denen von Anfang an immer wieder Mängel auftreten. <BR><BR>Zweites Grundproblem: Eine Garantie-Police erstattet die Kosten für das Beheben eines Mangels nicht in jedem Fall und nicht immer ganz. Ob eine mehrjährige Garantie für die neue, teure Waschmaschine wirklich günstig ist, entscheidet sich oft erst beim Blick auf das Kleingedruckte: Kunden sollten darauf achten, ob der Hersteller nur die Kosten für die Ersatzteile übernimmt oder auch die Lohnkosten für die Reparatur, sagt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Diese seien häufig teurer als die Ersatzteile. <BR>Bei Gebrauchtwagen verlangen die Versicherer in der Regel die so genannte Scheckheft-Pflege durch eine Vertragswerkstatt. Das wird sehr teuer, besonders bei älteren Wagen. Grundsätzlich lassen sich Policen für Gebrauchte in der Regel nur über ein bis zwei Jahre abschließen - und mit steigender Kilometerzahl sinkt der Anteil an den Kosten für Reparaturen, die die Versicherung übernimmt.<BR><BR>Ein weiteres Handikap der Garantieversicherungen für Autos ist die Altersgrenze: Viele Versicherungen greifen nur in den ersten Jahren, wenn der Wagen noch neu ist, sagt Grieble. Ähnlich sieht es bei der Laufleistung aus: Oft erlischt der Versicherungsschutz automatisch bei 120 000 Kilometern. Damit würden gerade die reparaturanfälligen älteren Autos ausgeschlossen. Gemessen an derartigen Konditionen seien Beiträge von 250 Euro jährlich zu hoch.<BR><BR>Auch der Rechtsanwalt Henner Hörl aus Stuttgart bewertet die Versicherungsangebote der Autohändler kritisch: Bei Neuwagen braucht man in den ersten zwei Jahren keine Reparaturversicherung, da greift die gesetzlich geregelte Garantie. Lohnenswert sei eine solche Police nur für Gebrauchtwagen, die zu einem Zeitpunkt gekauft werden, an dem die Herstellergarantie gerade abgelaufen ist. Empfehlenswert seien Garantieversicherungen zudem beim Kauf eines Gebrauchten von einem privaten Anbieter. Hier hat der Käufer in jedem Fall Versicherungsschutz, wenn etwas kaputtgeht.<BR><BR>Nur die wirklichen Risiken versichern<BR><BR>Dass Garantie-Policen für Autos, aber auch für andere Produkte immer wieder un-terschrieben werden, liegt nach Einschätzung von Verbraucherschützer Grieble vor allem an der Kaufsituation: Im Vergleich zum mitunter sehr hohen Kaufpreis wirkt die Versicherung günstig, und der Kunde ist häufig zum Abschluss bereit. Da sollte man vorsichtig sein. Grundsätzlich stuft der BdV die Möglichkeit, dass ein teurer Gegenstand nach Ablauf der Garantiezeit kaputtgeht und repariert werden muss, als vergleichsweise geringes Risiko ein. Für kleine Risiken braucht man keine Versicherung. Dafür kann man Geld zur Seite legen, sagt Frank Braun. Viel wichtiger sei es, sich gegen wirklich existenzbedrohende Risiken wie Berufsunfähigkeit oder Haftpflichtansprüche zu versichern. <BR></P>

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