Gas, Holz oder Wärmepumpe: Heiztechnolgien für die Zukunft

- Benötigen Hausbesitzer eine neue Heizungsanlage, fällt die Entscheidung schwer. Lohnt es sich, angesichts steigender Öl- und Gaspreise weiterhin auf konventionelle Energieträger zu setzen, oder sind regenerative Energien wie Holz und Erdwärme langfristig kostengünstiger? Gerade die jüngsten Engpässe infolge des Streits zwischen Russland und der Ukraine werfen auch die Frage nach der Versorgungssicherheit verstärkt auf.

Bei der Anschaffung

Ginge es nur um die Anschaffungskosten, hätten Gas- und Ölkessel mit 5000 bis 7000 Euro Neupreis klar die Nase vorn. Holzpelletheizungen und Wärmepumpen verschrecken dagegen Interessenten mit hohen Investitionskosten: Pelletanlagen sind schwer unter 13 000 Euro zu realisieren, Wärmepumpen nicht unter 15 000 Euro. Es genügt nicht, nur die Anschaffungskosten zu betrachten, sagt Erich Söllner, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Augsburg. Auch Brennstoffkosten, Umweltaspekte und die Gegebenheiten vor Ort spielen eine wichtige Rolle. Damit Hausbesitzer die richtige Wahl treffen, empfiehlt Söllner eine Energieberatung. Wer detaillierte Auskünfte wünscht, kann für 35 Euro einen Fachmann der Verbraucherzentralen sogar ins Haus bestellen.

Brennstoffkosten

Immer wichtiger bei der Wahl des Heizsystems sind die Brennstoffkosten. Wegen ihres wachsenden Preisvorteils sind regenerative Energien immer stärker gefragt, berichtet Jörg Buschmann, Energieberater bei der Energieagentur NRW. Die Verbrauchskosten ließen sich mit Holzpellets oder Erdwärme erheblich reduzieren. Aktuell kostet eine aus Öl oder Erdgas erzeugte Kilowattstunde Energie etwa sechs Cent. Moderne Pelletheizungen schaffen die gleiche Leistung zu einem Preis von etwa vier Cent, Erdwärmepumpen, die verbilligten Spezialstrom nutzen, benötigen nur drei Cent.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m2 Nutzfläche veranschlagt Buschmann einen jährlichen Energiebedarf von etwa 20 000 Kilowattstunden. Unterm Strich verursache die konventionelle Heizung damit 1200 Euro Brennstoffkosten im Jahr, die Pelletheizung 800 und die Wärmepumpe 600 Euro.

Unterstellt man konstante Energiepreise, so spart die Pelletheizung im Lauf von 15 Jahren 6000 Euro gegenüber Öl und Gas, die Wärmepumpe sogar 9000 Euro, das relativiert höhere Investitionskosten, so der Energieberater.

Als Zusatz: Die Sonne

Mit Solarwärme lassen sich Verbrauchskosten weiter reduzieren. Das gelte für jedes moderne Heizsystem, so Verbraucherschützer Söllner. Sechs bis acht Quadratmeter Kollektorfläche genügen, um ein Einfamilienhaus mit Warmwasser zu versorgen. Investitionskosten: bis zu 6000 Euro.

Wer zudem mit Sonnenwärme heizen möchte, der benötigt die drei- bis vierfache Kollektorfläche.

Positiv: Die öffentliche Hand spendiert 135 Euro pro Quadratmeter Solarfläche an Fördermitteln, wenn Heizung und Warmwasser umgerüstet werden. Informationen gibt es beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA, Tel.: 06196/908-625), das auch Pelletheizungen bezuschusst - mit etwa 1700 Euro pro Anlage.

Nebenkosten beachten

Auch lokale Gegebenheiten oder der Grundriss des Hauses beeinflussen den Heizungskauf. Liegt eine Erdgasleitung am oder im Haus, können Vorratstanks entfallen. Das senkt Investitionskosten, mindert den Platzbedarf und macht die Versorgung sehr bequem. Ist aber das Haus noch nicht an die Gasleitung angeschlossen, muss mit Anschlussgebühren von etwa 1500 Euro gerechnet werden.

Der Einbau einer Pelletheizung dagegen setzt einen trockenen Raum zur Pelletlagerung voraus. Das kann teure Umbauten hervorrufen.

Kostentreibend können auch systembedingte Anforderungen sein: So benötigen Wärmepumpen und viele Pelletheizungen Pufferspeicher - große Wassertanks mit bis zu 1000 Liter Fassungsvermögen -, die überschüssige Wärmeenergie für später speichern. Für diese fallen Kosten von 850 bis 1500 Euro an.

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