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Bestattung im Dauerbetrieb: Krematorium stellt Ofen wegen Gas-Krise nicht mehr ab

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Von: Patricia Huber

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Gas ist teuer und muss eingespart werden. Daher hat ein Krematorium in Rheinland-Pfalz seinen Betrieb bereits umgestellt. Dort laufen die Öfen nun rund um die Uhr.

Dachsenhausen – Die Energiekrise trifft besonders die Unternehmen, die stark auf Gas angewiesen sind. Da Russland die Gas-Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 stark gedrosselt hat, muss jetzt Gas gespart werden, um eine Notlage im Winter zu vermeiden. Besonders schwierig ist das für Krematorien. Dort wurden die Öfen bis jetzt meist mit Gas angeheizt – doch dieser Vorgang muss nun überdacht werden.

Gas-Krise: Krematorium lässt Öfen nicht mehr auskühlen

Das „Rhein-Taunus-Krematorium“ von Bestatter Karl-Heinz Könsgen hat bereits eine Lösung gefunden, um ganz ohne Gas auszukommen. „Neben der Preissteigerung von 600 Prozent hat bei uns vor allem die Ausrufung der Gas-Vorwarnstufe durch den Bundeswirtschaftsminister für Unsicherheit gesorgt“, erklärte er der Bild-Zeitung.

Um den Betrieb trotzdem weiterhin aufrechterhalten zu können, hat sich Könsgen eine außergewöhnliche Lösung überlegt. In den Verbrennungsanlagen befinden sich Steine, die bisher mit Hilfe von Gas auf 800 Grad erhitzt und so auf Betriebstemperatur gebracht wurden. Die simple Lösung war es also, die Steine einfach nie kalt werden zu lassen. Bedeutet also, in Könsgens Krematorium läuft der Betrieb seit Anfang August ununterbrochen. Denn die fehlende Gas-Energie erhalten die Steine so aus dem Verbrennungsvorgang selbst. Somit muss nicht neu angeheizt und kein Gas mehr verbraucht werden.

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Gas-Krise: Auch andere Krematorien arbeiten an Spar-Maßnahmen

Das einzige Manko seit der Umstellung: Der Betrieb muss rund um die Uhr laufen und somit müssen die Mitarbeiter auch nachts und am Wochenende arbeiten. Doch Könsgen betont: „Unsere Mitarbeiter haben dafür Verständnis und die neuen Arbeitszeiten angenommen.“

Doch der Dauerbetrieb ist nicht die einzige Lösung, um unabhängiger vom Gas zu werden. Einige Krematorien planen den Umstieg auf Elektroanlagen. In Augsburg wurde bereits erwogen, mit städtischer Sondergenehmigung die gesetzlich vorgeschriebene Mindesttemperatur für Feuerbestattungen auf 750 Grad zu drosseln. (ph)

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