1. Startseite
  2. Wirtschaft

Kurioser Vorschlag: Top-Ökonom fordert noch höhere Gas-Umlage

Erstellt:

Von: Patricia Huber

Kommentare

Ab Herbst kommen bis zu fünf Cent Gas-Umlage pro Kilowattstunde auf Verbraucher zu. Jetzt fordert der Ökonom Jens Südekum, diese noch weiter zu erhöhen.

Berlin – Deutsche Verbraucher müssen sich auf einen teuren Herbst einstellen. Denn ab dann greift die staatliche Gas-Umlage, durch welche sich der Gaspreis um bis zu fünf Cent verteuern wird. Das bereitet dem Top-Ökonomen Jens Südekum große Sorgen. Er ist Professor für internationale Volkswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Gas-Umlage „für viele Menschen existenzbedrohend“

„Für viele Menschen können die Mehrkosten existenzbedrohend werden“, sagt Südekum dem Spiegel. Denn besonders für Familien kann die Gas-Umlage schnell Extra-Kosten im vierstelligen Bereich bedeuten. Gerade in Zeiten, in denen viele aufgrund der Inflation ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen müssen, ist die Gas-Umlage ein großes Problem. Südekum fordert daher eine staatliche Entlastung für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Aber wer soll das bezahlen? Ein weiteres Entlastungspaket würde dem Fiskus teuer zu stehen kommen. Südekum schlägt daher vor: „Angesichts der steigenden Inflation bräuchten wir eine Umverteilung von oben nach unten, nicht umgekehrt. Die hohen Gaspreise müssten gerade von den Besserverdienenden getragen werden.“

Ökonom Südekum fordert noch höhere Gas-Umlage

Doch wie lässt sich dieser Plan gezielt umsetzen? Dafür hat der Ökonom einen auf den ersten Blick etwas merkwürdigen Vorschlag. „Ich bin dafür, dass wir die Gasumlage noch viel weiter erhöhen“, sagt er im Spiegel-Interview. Er spricht sich dafür aus, die Umlage auf 15 Cent zu erhöhen. Damit hätte der Staat dann finanziellen Spielraum, um damit gezielt kleine Einkommen zu unterstützen. „Letztlich wäre das eine Steuer auf den Gasverbrauch der reichen Haushalte“, erklärt er schließlich.

Dies könnte auch die Menschen zum Sparen anregen. Denn eigentlich dürfte der große Gas-Schock bei vielen erst im kommenden Jahr kommen, wenn die Nebenkostenabrechnung ins Haus flattert. „Eine höhere Gas-Umlage würde sofort zum Sparen animieren“, erklärt der Ökonom. (ph)

Auch interessant

Kommentare