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Eon hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr als drei Milliarden Euro Gewinn gemacht.

Verbraucher spürt davon nichts

Gasgeschäft lässt Eon-Gewinne explodieren

Düsseldorf - Der Strom- und Gaskonzern Eon hat sein Tief überwunden: Nach dem Absturz der Ergebnisse im vergangenen Jahr bringen verbesserte Konditionen beim Gasbezug den Riesen wieder in die Erfolgsspur.

Bei Deutschlands größtem Energiekonzern Eon geht es wieder bergauf: Die Belastungen aus der Atomwende hat das Unternehmen verdaut und erhält nun durch billigeres Gas aus Russland zusätzlich Schub. Im ersten Halbjahr 2012 verdreifachte sich der Konzernüberschuss auf mehr als drei Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Montag in einem Zwischenbericht mit. Zugleich erhöhte sich der Umsatz um 23 Prozent auf 65,4 Milliarden Euro. Dabei profitierte der Versorger in den ersten sechs Monaten mit einem Ergebniseffekt von 1,2 Milliarden Euro durch verbesserte Konditionen für den Gasbezug vom russischen Staatskonzern Gazprom.

Die Ergebnisse zeigten, dass Eon die bestehenden Herausforderungen entschlossen angegangen sei, erklärte Vorstandschef Johannes Teyssen. Auch beim Konzernumbau sei das Unternehmen vorangekommen. Die 2011 beschlossene Energiewende in Deutschland und das schlechte Gasgeschäft hatten Eon die Jahresbilanz komplett verhagelt. Unter dem Strich verzeichnete der Konzern 2011 erstmals in der Konzerngeschichte sogar einen Verlust.

Im ersten Halbjahr 2012 ließen nunmehr der Wegfall des Einmaleffekts aus dem Atomausstieg in Höhe von 1,5 Milliarden Euro und deutlich bessere Gasbezugsverträge die Gewinne wieder sprudeln.

Endverbraucher profitieren nicht von günstigeren Konditionen

Anfang Juli hatten sich Eon und Gazprom nach jahrelangem Tauziehen auf neue Konditionen bei den ölpreisgebundenen langfristigen Lieferverträgen geeinigt. Zuvor hatten sich die Düsseldorfer bereits mit anderen Gaslieferanten wie der norwegischen Statoil auf bessere Bezugspreise verständigt.

Auf dem Gasmarkt war es in den vergangenen Jahren zu erheblichen Turbulenzen gekommen. Die Preise an den Spotmärkten, wo sich die Händler kurzfristig mit Einkäufen bedienen, waren stark gesunken. Neue Gasvorkommen in den USA (Schiefergas) und der Zufluss von Flüssiggas (LNG) hatten auf die Preise gedrückt und den Wettbewerb angeheizt. Auch die Endkundenpreise fielen. Dieser Entwicklung konnte sich auch Eon nicht entziehen. Die Gasmengen aus den langfristigen Verträgen mit Gazprom waren nicht mehr profitabel zu vermarkten.

Durch die Einigung mit den Russen hat sich die Lage verändert. Doch es gibt keine Anzeichen, dass auch die Endverbraucher von den günstigeren Konditionen profitieren. Zahlreiche Anbieter haben schon für den kommenden Herbst Anpassungen der Gaspreise nach oben angekündigt, darunter auch die Eon-Regionalversorger.

Nutznießer der Vereinbarung mit Gazprom sei zunächst nur Eon, heißt es bei Verbraucherschützern. Vorstellbar sei aber, dass durch den günstigeren Einkauf der Wettbewerb angeheizt werde.

dpa

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