Kommt der Blackout im Winter? Bundesamt für Katastrophenschutz gibt Tipps für den Ernstfall
Im Zuge der Gaskrise sorgen sich immer mehr Menschen, dass es im Winter zu einem Stromausfall kommen könnte. Das Bundesamt für Katastrophenschutz hat Tipps für den Ernstfall.
Berlin – Ein Blackout mitten im Winter – das wäre wohl eine der potenziell gefährlichsten Folgen, die sich indirekt aus Russlands Krieg gegen die Ukraine ergeben könnten. Bisher gilt die Stromversorgung in Deutschland als relativ sicher. Doch ob im Zuge der Gaskrise der Strom nicht doch knapp werden könnte, kann noch niemand genau sagen.
Gaskrise: Zweiter Stresstest für deutsche Stromversorgung
Eine erst vor wenigen Tagen vom Wirtschaftsministerium veröffentlichte Analyse zur Stromversorgung kommt zwar zu dem Ergebnis, „dass ein sicherer Betrieb des Elektrizitätsversorgungsnetzes im Winter 2022/23 gewährleistet ist“. Doch so ganz traut man dem wohl nicht.
Denn das Haus von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gab bereits einen zweiten Stresstest in Auftrag, bei dem Experten die Belastbarkeit der deutschen Stromversorgung unter „weiter verschärften Bedingungen“ – noch weniger Gaslieferungen, noch weniger Atomstrom aus Frankreich – prüfen und modellieren sollen.

Stromausfall: Diese Dinge helfen Ihnen im Ernstfall
Das Bundesamt für Katastrophenschutz empfiehlt, für den Ernstfall vorzusorgen. Denn auch durch Unwetter oder starke Schneefälle können Stromleitungen beschädigt werden und möglicherweise einen Ausfall der Elektrizität für mehrere Tage nach sich ziehen.
Um bei einem Stromausfall informiert zu bleiben, ist ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio hilfreich. Damit können Sie wichtige Mitteilungen und Informationen der Behörden verfolgen.
Nützlich sind laut Bundesamt für Katastrophenschutz zudem:
- Ein Campingkocher, um bei einem Stromausfall ohne Herd kochen zu können. Alternativ kann man auch einen (mit Holzkohle oder Gas betriebenen) Garten- oder Tischgrill verwenden – allerdings nur draußen. Dazu lohnt es sich, einen Notvorrat für zehn Tage anzulegen – hier geht‘s zur Liste.
- Eine Taschenlampe, wann das Licht ausfällt. Sie sollte batteriebetrieben oder solarbetrieben sein. Auch Kurbeltaschenlampen eignen sich. Es lohnt sich ebenso, Kerzen und Streichhölzer oder Feuerzeuge vorrätig zu halten. Gleiches gilt für batteriebetriebene Camping- oder Outdoorlampen. Außerdem sollten Sie – je nachdem, für welches Modell Sie sich entscheiden – Ersatzbatterien zur Hand haben.
- Geladene Ersatzakkus, solarbetriebene Batterieladegeräte oder Powerbanks können Ihnen helfen, Smartphones und Laptops am Laufen zu halten.
- Falls die Heizung ausfällt, sind warme Kleidung (Socken, Pullover, evtl. Skianzug) und Decken hilfreich. Auch eine Wärmflasche kann gute Dienste leisten.
- Bargeld sollte immer vorrätig sein, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.
Gaskrise: Was Verbraucher noch tun können
Sie sollten vor allem eins: Energiesparen. Im Winter wird dies doppelt wichtig, um das Netz stabil zu halten und das Portemonnaie zu schonen. Wo und wann immer im Alltag Beleuchtung oder durchlaufende Maschinen nicht unbedingt nötig sind, lässt sich darauf verzichten. Immer wieder gibt es auch den Hinweis, nicht regelmäßig genutzte Elektrogeräte oder Unterhaltungselektronik ganz aus der Steckdose zu ziehen, statt sie im Standby-Modus zu lassen.
Außerdem könnte die Kraft-Wärme-Kopplung – die parallele Erzeugung von Strom und Wärme aus ein und demselben Brennstoff – die Effizienz erhöhen. Für Verbraucher gibt es etwa Mini-Blockheizkraftwerke. Auch in der Industrie kann der überschüssige Anteil heißen Dampfes, der nicht für die Bewegung einer Turbine und danach zum Generator-Betrieb nötig ist, weiter verwendet werden. Der Wirkungsgrad ist dann höher. (lma/dpa)