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Gaspreisbremse: So viel Entlastung bringen die Pläne Verbrauchern wirklich

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Von: Patricia Huber

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Der Plan für die Gaspreisbremse steht. Jetzt muss die Regierung der Entlastung noch zustimmen. Eine Beispielrechnung zeigt jetzt, wie Verbraucher profitieren würden.

München – Deutschland befindet sich in einer Gaskrise. Die Lieferungen aus Russland sind gestoppt und das Gebot der Stunde ist jetzt sparen. Vielen Haushalten dürfte auch angesichts der hohen Preise gar nichts anderes übrig bleiben. Zahlreiche Gas-Versorger haben bereits enorme Preiserhöhungen angekündigt – doch hier will die Regierung jetzt Abhilfe schaffen.

Gaspreisbremse: So hoch fällt die Entlastung aus

Dazu hat die Gas-Kommission der Bundesregierung am Montag ihre Vorschläge präsentiert. Sie sehen neben einer Einmalzahlung auch einen Gaspreisdeckel vor. Zwischen März 2023 und Ende April 2024 soll nach ihrem Vorschlag eine Gas- und Wärmepreisbremse etabliert werden. Dabei sollen die Preise über einen staatlichen Zuschuss auf zwölf Cent pro Kilowattstunde sinken – aber lediglich für 80 Prozent des geschätzten bisherigen Verbrauchs, um weiter zum Sparen anzureizen.

Doch selbst diese 80 Prozent reichen schon, damit Verbrauchern am Ende deutlich mehr Geld auf dem Konto bleibt. Das zeigen Berechnungen des Vergleichsportals Check24. Eine Familie, mit einem durchschnittlichen Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr, würde so um 1232 Euro entlastet werden. Bei einem Single-Haushalt mit einem Verbrauch von 5000 kWh sind es immerhin 308 Euro, die durch die Preisbremse gespart werden.

Single-HaushaltZwei-Personen-HaushaltFamilie
Verbrauch5000 kWh12.000 kWh20.000 kWh
Entlastung308 Euro739 Euro1232 Euro

Gas-Sonderzahlung soll Brücke bis zum Gaspreis-Deckel schaffen

Bis die Gaspreisbremse im März kommt, soll eine Einmalzahlung helfen. Demnach soll im Dezember ein Monatsabschlag vom Staat übernommen werden. Rund fünf Milliarden Euro würde laut Kommission die Übernahme der Abschlagszahlung im Dezember kosten. Diese Einmalzahlung käme allen Gasverbrauchern zugute, auch Gutverdienern, Vielverbrauchern und Kunden, deren Versorger die Preise bislang nicht angehoben haben.

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Das sorgt besonders bei Verbraucherschützern für Kritik. Die Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Ramona Pop, hält die Vorschläge für „sozial ungerecht“, da die Entlastungen mit dem „Prinzip Gießkanne“ verteilt wurden. Bevor die Vorschläge der Expertenkommission aber überhaupt umgesetzt werden, müssen sie zuvor noch von der Regierung beschlossen werden. (ph/AFP)

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