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„Deutlich steigende Gaspreise“: Bundesnetzagentur stellt Verbraucher auf harte Zeiten ein

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die Bundesnetzagentur hat am Montag ihren Lagebericht zur Gasversorgung aktualisiert. Doch der neue Ausblick verheißt nichts Gutes.

Amsterdam/Bonn – Die Bundesnetzagentur wartet zum Wochenbeginn mit schlechten Nachrichten auf. Die Behörde hat ihren neuen Lagebericht zur Gasversorgung in Deutschland veröffentlicht. Darin warnt sie: „Die Lage ist angespannt und eine weitere Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden.“ Die Gasversorgung in Deutschland sei allerdings im Moment stabil und die Versorgungssicherheit derzeit weiter gewährleistet.

Durch den Rückgang der Liefermengen seien die Großhandelspreise aber auf einem „sehr hohen Niveau“ gestiegen. Die Behörde warnt: „Unternehmen und private Verbraucher müssen sich auf deutlich steigende Gaspreise einstellen.“ Immerhin kann aber weiterhin Gas in Deutschland eingespeichert werden. Der Gesamtspeicherstand liegt demnach bei 79,5 Prozent. Der Füllstand des Speichers Rehden beträgt laut Bundesnetzagentur 60,4 Prozent.

Lagebericht der Bundesnetzagentur: Gaspreise im Höhenflug

Auch von der Energiebörse in Amsterdam kommen schlechte Nachrichten: Demnach hat der Gaspreis in Europa seinen Höhenflug zu Beginn der Woche fortgesetzt. Schon vergangene Woche war der für den europäischen Gashandel richtungsweisende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse deutlich gestiegen. Nun ist der Preis am Montag noch einmal gestiegen – und zwar um mehr als 13 Prozent auf fast 276 Euro je Megawattstunde.

In der vergangenen Woche war Erdgas in der Spitze bei knapp 251 Euro gehandelt worden. Nur in der Zeit unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine war der Preis für das in Europa gehandelte Erdgas für kurze Zeit höher und hatte Anfang März einen Spitzenwert über 300 Euro erreicht.

Lieferunterbrechung bei Nord Stream 1 sorgt für erneuten Preisschub

Am Markt wurde der neue Höhenflug beim Gaspreis mit einer neuerlichen Unterbrechung der russischen Gaslieferungen nach Europa durch die Pipeline Nord Stream 1 erklärt. Russland hatte am Freitag angekündigt, Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 Ende August für drei Tage zu unterbrechen. Vom 31. August bis zum 2. September werde wegen Wartungsarbeiten kein Gas fließen, teilte der Staatskonzern Gazprom mit.

Nach den Wartungsarbeiten sollen den russischen Angaben zufolge täglich wieder 33 Millionen Kubikmeter Erdgas geliefert werden. Das entspricht den 20 Prozent der täglichen Maximalleistung, auf die Russland die Lieferung schon vor einigen Wochen verringert hat. (lma/dpa)

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