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Gas wird voraussichtlich wieder teurer.

Gaspreise ziehen im Winter wieder an

Düsseldorf - Die Verbraucher müssen im kommenden Winter für Erdgas wahrscheinlich wieder tiefer in die Tasche greifen.

Der Preisrückgang beim Erdgas werde sich zwar in den kommenden Monaten noch fortsetzen, doch dann komme die Trendwende mit Anpassungen nach oben zum Jahresende, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des zweitgrößten deutschen Ferngasversorgers Wingas GmbH (Kassel), Rainer Seele , bei der Bilanzvorlage am Freitag in Düsseldorf. Hintergrund sei der erneute Anstieg der Ölpreise.

Sichere Gasversorgung in Deutschland

Für die kommende Heizperiode erwartet das Gemeinschaftsunternehmen des Chemiekonzerns BASF und des russischen Erdgasriesen Gazprom indes keine Versorgungsengpässe. “Gerade in Deutschland haben wir eine sehr, sehr sichere Gasversorgung“, betonte der Wingas-Chef mit Blick auf Unsicherheiten beim Transport des Erdgases durch die Ukraine.

Anfang dieses Jahres hatte Gazprom die Lieferungen mehrere Wochen unterbrochen, weil die Ukraine die Gasrechnungen nicht bezahlt hatte. Vor wenigen Wochen drohte Russland der vor einem finanziellen Kollaps stehenden Ukraine erneut mit einem Lieferstopp.

Durch die Ukraine fließt derzeit mehr als 80 Prozent des gesamten für Europa bestimmten russischen Erdgases. Eine sicherere Versorgung Europas mit Erdgas sei ohne Russland nicht möglich, unterstrich Seele. Er forderte deshalb mehr Direktanschlüsse an die großen Lagerstätten ohne Transitrisiko und den Bau von zusätzlichen Speichern.

Wingas steigerte im vergangenen Jahr seine gesamten Erdgasverkäufe um 19 Prozent auf 30,3 Milliarden Kubikmeter und erreichte damit den höchsten Wert in der Firmengeschichte. Der Nettoumsatz schnelle sogar um 50 Prozent auf 9,0 Milliarden Euro in die Höhe. 58 Prozent der Mengen bezieht Wingas von Gazprom. Inzwischen kommt das Unternehmen auf einen Marktanteil von 18 Prozent, der bis 2015 auf über 20 Prozent ansteigen soll. Unangefochtener Branchenprimus bleibt die Essener E.ON Ruhrgas.

Zufrieden zeigte sich die Geschäftsführung mit dem Start ins Geschäftsjahr 2009, auch wenn sich die Wirtschaftskrise in den Zahlen bemerkbar gemacht habe. Durch ein gutes Auslandsgeschäft seien im ersten Quartal rückläufige Absatzmengen im Inland stabilisiert worden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel zudem deutlich besser aus als im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr hatte Wingas operativ 393 Millionen Euro erwirtschaftet (Vorjahr: 405 Mio Euro).

dpa

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