Gaspreis-Transparenz gefordert

- Hamburg - Die Energie-Expertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kempfert, hält eine gerichtlich erzwungene Offenlegung der Preiskalkulation eines Gasversorgers für gerechtfertigt. "Ein Unternehmen, das eine Preissteigerung von über drei Prozent einführt, muss es erklären, dazu ist es verpflichtet", sagte sie im Hörfunksender NDR Info.

"Je mehr Wettbewerb wir auf dem Markt haben, desto mehr wird man schauen, ob die Preise auch gerechtfertigt sind." Im Hamburger Gerichtsverfahren um die bundesweit erste Sammelklage von Verbrauchern gegen die kräftig gestiegenen Gaspreise beim norddeutschen Energieversorger Eon Hanse zeichnet sich ab, dass der Anbieter seine Kalkulation offen legen muss. Eine Entscheidung soll am 8. Dezember fallen.

Die DIW-Expertin hält die Bindung des Gaspreises an den des Rohöls für nicht mehr sinnvoll und zeitgemäß. "Wir müssen Wettbewerb auf dem europäischen Gasmarkt garantieren. Insofern sollte die Koppelung aufgehoben werden." Bei einer Bildung des Preises am Markt rechnet sie angesichts eines ausreichenden Angebots mit einem niedrigeren Preis als derzeit.

Kempfert verwies darauf, dass die Gaspreisbindung aus den sechziger Jahren stammt, als große Investitionen in kostenintensive Pipelines getätigt wurden. Es sei damals befürchtet worden, dass billige Gaspreise in Konkurrenz zum Öl treten. "Das wollte man vermeiden."

Derzeit gebe es keine großen Kostenkomponenten, die darauf hindeuteten, dass der Gaspreis so stark steigen muss.

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