Gasprombank lässt Einstieg der Dresdner Bank platzen

- Moskau - Die drittgrößte russische Bank, Gasprombank, hat den geplanten Einstieg der deutschen Dresdner Bank platzen lassen. Das beschlossen Gasprombank-Aktionäre in ihrer Jahreshauptversammlung in Moskau.

Danach soll eine Zusatzemission von 6,67 Millionen Aktien nicht für 34,6 Milliarden Rubel (1,02 Mrd Euro) an die Dresdner Bank verkauft werden, sondern an den Gasprom-eigenen Gasfonds, berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti". "Wir haben einen großzügigeren Kunden gefunden", sagte Gasprombank-Vizevorstand Alexander Sobol.

Gasprombank hatte im Dezember 2005 mit ihrer Mitteilung für Schlagzeilen gesorgt, nach der die Dresdner Bank zusätzlich emittierte Aktien für 23,2 Milliarden Rubel erwerben soll. Ein Sprecher der Dresdner Bank sagte, das Geschäft sei geplatzt, weil Gasprombank den Aktienpreis um 500 Millionen Dollar (398 Mio Euro) erhöht habe.

Analysten erklärten die Entscheidung der Gasprombank-Aktionäre mit finanziellen Problemen beim Mutterkonzern Gasprom. Der Gasriese sehe sich gezwungen, den Bau der Nordeuropäischen Gaspipeline (NEGP) ohne ausländische Kredite zu finanzieren, schrieb die Moskauer Tageszeitung "Kommersant".

Außerdem wolle die Regierung in Moskau wohl den Einstieg von Ausländern bei einer Bank verhindern, die Anteile an strategisch wichtigen Unternehmen hält. Gasprombank besitzt unter anderem Russlands einflussreichsten Medienkonzern Gasprom Media und Anteile an Turbinen- und Atomkraftwerksherstellern.

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