Gas-Streit: Russland verhandelt wieder

- Moskau/Kiew - Nach der Eskalation im Gas-Streit kehren Russland und die Ukraine auf Bitten der EU wieder an den Verhandlungstisch zurück. Der vom Kreml kontrollierte Gasprom-Konzern kündigte an, erneut zu verhandeln. Eine Delegation des ukrainischen Energieversorgers Naftogas Ukrainy reiste nach Moskau. Auch mit Moldawien, das ebenfalls einen Lieferstopp beklagt hatte, wurden Gespräche wieder aufgenommen.

Die EU hatte Kiew und Moskau zu neuen Verhandlungen im Gaskonflikt aufgefordert. "Die beste Lösung wäre natürlich, wenn die Parteien den Streit selbst lösen könnten", sagte Kommissionssprecher Johannes Laitenberger . Eine Vermittlerrolle lehnte der Vorsitzende des EU-Energieministerrats, der österreichische Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, ab.

Der weltgrößte Gasproduzent Gasprom hatte zu Neujahr die Lieferungen an die Ukraine gestoppt, nachdem Verhandlungen über drastische Preiserhöhungen gescheitert waren. Nach dem Lieferstopp an die Ukraine war weniger Gas als vertraglich vereinbart bei den Kunden im Westen angekommen. Der Gasprom-Konzern kündigte an, die Versorgung Westund Mitteleuropas wieder vollständig herzustellen. Deutschland, aber auch andere Länder wie Österreich, Polen, Ungarn, Frankreich oder Serbien-Montenegro, die zeitweise erhebliche Lieferausfälle beklagt hatten, wurden wieder voll versorgt.

Gasprom sagte den Abnehmern in West- und Mitteleuropa unterdessen eine Entschädigung zu. Die Ukraine pumpe aber weiterhin illegal Gas aus der Transitleitung ab. Man sei nicht endlos dazu bereit, die "Diebstähle" auszugleichen. Die Urkaine besteht darauf, den Leitungen nur Gas zu entnehmen, das über russisches Territorium aus Turkmenistan geliefert wird.

Russland forderte die EU zu einer Klage gegen die Ukraine auf. Die Ausgangssituation lege für die europäischen Partner nahe, bei den Ukrainern eine uneingeschränkte Versorgung mit russischem Gas einzuklagen, schrieb Regierungschef Michail Fradkow an den EU-Ratsvorsitzenden, Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Russland bat die EU zudem, Druck auf die Ukraine auszuüben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Moody's stuft China erstmals seit 1989 ab
Zweifel an der Reformfähigkeit, sinkende Devisenreserven und vor allem das Schuldenrisiko: Die Ratingexperten von Moody's nennen viele Gründe, warum sie Chinas Bonität …
Moody's stuft China erstmals seit 1989 ab
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen
Seit Monaten zittern deutsche Autobauer vor einer geplanten Produktionsquote von Elektroautos in China. Laut Außenminister Gabriel können die Hersteller aufatmen. Die …
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen
Bauindustrie verzeichnet stärkstes Neugeschäft seit 1995
Wiesbaden (dpa) - Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom bescheren der Bauindustrie weiter prall gefüllte Auftragsbücher. Im März wuchs das Ordervolumen im …
Bauindustrie verzeichnet stärkstes Neugeschäft seit 1995
Deutscher Aktienmarkt tritt auf der Stelle
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Mittwoch erneut wenig von der Stelle bewegt. Damit knüpfte der deutsche Leitindex an seine zuletzt lustlose Entwicklung an.
Deutscher Aktienmarkt tritt auf der Stelle

Kommentare