Gastgewerbe kämpft mit Konsumflaute

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Wiesbaden/Berlin (dpa) - Die Preisexplosion bei Energie und die allgemeine Konsumzurückhaltung machen Deutschlands Gastwirten zu schaffen.

Im Juni stagnierten die nominalen Umsätze des Gastgewerbes, inflationsbereinigt gab es ein Minus von 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mit. Im gesamten ersten Halbjahr 2008 verbuchte das Gastgewerbe nominal ein leichtes Plus von 1,1 Prozent, real sanken die Erlöse um 1,4 Prozent.

Der Branchenverband DEHOGA dämpfte die Erwartungen auf Besserung im zweiten Halbjahr. "Wir sind im Moment alles andere als optimistisch", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), Ingrid Hartges. Dennoch halte der Verband zunächst an seiner Prognose eines nominalen Umsatzwachstums von 0,5 Prozent für das Gesamtjahr fest.

Gaststätten und Restaurants haben nach DEHOGA-Angaben seit Monaten mit hohen Energie- und Lebensmittelkosten zu kämpfen. "Was unsere Betriebe auch trifft, ist die zurückhaltende Konsumlaune der Verbraucher", sagte Hartges. Sie verwies zudem auf die Dauerdiskussion in Deutschland über die Inflation und ihre Folgen: "Jeder Tag, an dem auf den Titelseiten die Preisdiskussion geführt wird, ist kein guter Tag für unsere Betriebe."

Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren die Erlöse des Gastgewerbes im Juni im Vergleich zum Mai 2008 kalender- und saisonbereinigt nominal um 2,0 Prozent und real um 1,9 Prozent niedriger. Nur Kantinen und Caterer erzielten im Juni sowohl nominal (plus 5,2 Prozent) als auch real (plus 2,6 Prozent) höhere Umsätze als im Vorjahresmonat.

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