Nichts geht: In vielen Teilen Deutschlands - wie hier in Berlin - hat die Gastronomie im Corona-Lockdown weiter geschlossen.
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Nichts geht: In vielen Teilen Deutschlands - wie hier in Berlin - hat die Gastronomie im Corona-Lockdown weiter geschlossen.

Dreiviertel bangen um ihre Existenz

„Nervlich am Ende“ - Dehoga-Chef exklusiv: Umfrage zeigt dramatische Lockdown-Folgen für Gastronomen

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Gatronomie und Hotellerie ächzen unter dem Coronavirus-Lockdown. Laut Dehoga-Chef bangen mittlerweile dreiviertel aller Betriebe in der Corona-Krise um ihre Existenz.

München - Dramatische Coronavirus-Pandemie: Die Lage im Gastgewerbe wird angesichts des anhaltenden Corona-Lockdowns immer prekärer. Nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) erwägt inzwischen jedes vierte Unternehmen, den Betrieb aufzugeben.

Hotels, Pensionen, Restaurants, Raststätten an Autobahnen, Caterer und Discotheken - Unternehmer aus diesen Bereichen in Deutschland sind in dem Verband organisiert.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Gastronomie und Hotellerie - jeder vierte Betrieb steht vor dem Aus

Und: Die Schilderungen haben es in sich. Viele Hoteliers und Gastronomen seien „nervlich und finanziell am Ende“, sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick im Interview mit Merkur.de. 75 Prozent der befragten Unternehmer bangten demnach um ihre Existenz. Rund 25 Prozent rechneten mit einer Betriebsaufgabe. „Sie ziehen das ganz konkret in Betracht“, sagte der aus Mecklenburg stammende Hotelier.

Mit Blick auf die schleppende Auszahlung der staatlichen Wirtschaftshilfen übte Zöllick erneut heftige Kritik. Auch Monate nach Antragstellung warteten viele Hotel-Ketten und Gastronomie-Großbetriebe immer noch auf Unterstützung. Offenbar gebe es in manchen Bundesländern erheblichen Verzug bei der Auszahlung der sogenannten Schadensregulierung. Viele Hoteliers und Gastronomen säßen daher „mit dem Rücken zur Wand“.

Es habe sich Riesen-Frust, Enttäuschung und Wut angesammelt, erzählte er weiter und hob die Bedeutung für die Volkswirtschaft in Deutschland hervor: „Das sind richtig große Arbeitgeber. Zigtausende Mitarbeiter bangen um ihre Jobs“.

Corona-Lockdown in Deutschland: Gastronomie und Hotellerie fordern Öffnungen im Mai

Angesichts der desaströsen wirtschaftlichen Lage der Branche in der Corona-Krise drängte Zöllick auf eine Kehrtwende der Politik: „Hotels, Restaurants und Ferienwohnungen müssen im Laufe des Monats Mai wieder öffnen dürfen – in jeglicher Form, innen und außen“, sagte Zöllick Merkur.de.

Der 50-Jährige verwies auf schlüssige und bewährte Hygienekonzepte: „Das ist viel sicherer als wenn sich die Leute dicht gedrängt privat zu Hause oder im Stadtpark in Gruppen treffen. Du kannst die Menschen nicht dauerhaft einsperren. Unsere Branche ist nicht das Problem, sondern die Lösung.“ (pm)

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