Gastronomie in der Krise: Vielen Wirten droht Ruin

- München - Heftige Umsatzeinbrüche bedrohen immer mehr bayerische Gastronomiebetriebe in ihrer Existenz. Besonders betroffen seien traditionelle Gasthäuser, sagte Ludwig Hagn, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. In über 470 Gemeinden gebe es keine Dorfwirtschaft mehr. Während der Verband die Misere auf hohe Mieten, mehr Schwarzgastronomie und veränderte Essgewohnheiten zurückführt, fordert die Wirtschaft von den Gastronomen mehr Flexibilität.

<P>"Allen geht es extrem schlecht", sagte Wirtesprecher Hagn in München. Experten führen die Einbußen auch auf die Preiserhöhungen infolge der Euro-Einführung vor zwei Jahren zurück. "Die Debatte um den ,Teuro' schadet den Wirten noch heute", sagt Georg Osterhammer, Tourismusreferent bei der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK). Eine neue Studie des Instituts für Angewandte Verbraucherforschung belegt zudem, dass drei Viertel der Speisen und Getränke noch genauso teuer sind wie direkt nach der Währungsumstellung. Hagn sieht dagegen einen neuen "Zeitgeist", der Wirten leere Stuben beschere: Frühschoppen, Brotzeit und Weißwurstfrühstück seien aus der Mode.</P><P>"Wirtshäuser müssen flexibler reagieren", glaubt indes Osterhammer. Der Negativtrend könne gebrochen werden, wenn das Angebot den Verbrauchergewohnheiten angepasst würde. </P><P>"Der Preis spielt mehr denn je eine Rolle", sagt auch Jörg van Alen von der Berateragentur "Die Gastronauten". "Im Moment ziehen es die Leute vor, abends privat zusammen zu sitzen." Das sei "in jedem Fall billiger". </P>

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