Gazprom hat Förderrechte zweimal verkauft

Rechtsstreit: - Der russische Gazprom-Konzern hat die Rechte zur Ausbeutung eines Gasfelds in Sibirien zweimal verkauft. Jetzt stehen die beiden Käufer gegeneinander in Deutschland vor Gericht.

Frankenthal - Nach dem derzeitigen Stand sei die Klage  des texanischen Gas- und Ölproduzenten Moncrief gegen die Beteiligung der BASF am sibirischen Gasfeld Juschno-Russkoje als unbegründet abzuweisen. Das sagte Manfred Nax, Vorsitzender der zuständigen Kammer am Landgericht Frankenthal. Damit könnte ein höchst kurioser Rechtsstreit unspektakulär zu Ende gehen. Dabei geht es um die Ausbeutung des Gasfeldes Juschno-Russkoje, eines der größten der Welt. Die Rechte hatten die Russen gleich zweimal an ausländische Investoren verkauft.

Moncrief hatte sich Ende der 1990er-Jahre über eine Gazprom-Tochter einen 40-Prozent- Anteil an der Ausbeutung des Gasfeldes gesichert. Umgesetzt wurde das Geschäft nicht. Stattdessen sicherte sich die BASF 2006 über Wintershall einen Anteil von 35 Prozent minus einer Aktie an der Gesellschaft, die das Gasfeld ausbeuten soll. Später stieg auch noch der Energiekonzern Eon in das Projekt ein.

Das US-Unternehmen wirft der BASF und deren Tochter Wintershall vor, es aus dem milliardenschweren Geschäft gedrängt zu haben. Per Klage wollte Moncrief den Einstieg der BASF für nichtig erklären lassen und die Grundlage für eine Schadenersatzforderung schaffen.

Moncrief wirft der BASF einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor. Dem Chemiekonzern sei bei seinem Einstieg klar gewesen, dass Gazprom damit gegenüber Moncrief Vertragsbruch begehe. Die BASF habe sich darum "keinen Deut" geschert, sagte Moncrief-Anwalt Klaus Nieding. Den Vorwurf, die BASF habe Gazprom aktiv zum Vertragsbruch mit Moncrief verleitet, hielt Nieding am Donnerstag nicht aufrecht.

BASF-Anwalt Mark Hilgard sieht BASF als falschen Adressaten und riet den Texanern, Gazprom zu verklagen. "Letztendlich müssen Sie sich doch an Ihren Vertragspartner halten", empfahl er der Gegenseite. Moncrief klagt auch in den USA gegen das BASF-Gazprom-Geschäft.

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