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Bestrebungen von Gazprom für einen Einstieg bei Eon werden vor allem von der CSU kritisch gesehen.

Gazprom will bei Eon einsteigen

Berlin/München – Ein möglicher Gazprom-Einstieg beim deutschen Energieversorger Eon sorgt für Dissens in der Regierung. Wirtschaftspolitiker von CDU und FDP zeigten sich offen für eine Beteiligung des russischen Konzerns. Scharfe Kritik kommt aus der CSU.

„Mir wird übel bei dem Gedanken, dass wir in noch höherem Maße von Russengas abhängig wären“, sagte der CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber unserer Zeitung. Er warnte vor einem direkten politischen Einfluss Moskaus auf die deutsche Energieversorgung: „Das ist nicht in unserem Sinne.“ Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, hingegen sagte, „ablehnende Reflexe gegen einen Einstieg sind unsinnig“. FDP-Politiker argumentierten, eine Kooperation könne der deutschen Wirtschaft bezahlbare Strompreise sichern. Ohne Atomkraft sei Deutschland künftig noch stärker an Gaslieferungen aus Russland interessiert. Gazprom-Chef Alexej Miller hatte am Wochenende Interesse signalisiert. Konkrete Verhandlungen gibt es bisher aber offenbar nicht.

Unterdessen wächst in der Bundesregierung die Nervosität wegen Klage-Drohungen der Atomkonzerne. In der FDP gibt es Versuche, dem Koalitionspartner Union die Verantwortung für Milliardenforderungen zuzuweisen. Das Problem, dass die Konzerne ihre Reststrommengen nicht mehr rechtzeitig verbrauchen könnten, sei offenkundig. „Wir haben davor gewarnt und hätten für dieses Risiko gerne Vorsorge getroffen“, sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner. „Deshalb liegt die politische Verantwortung bei Merkel und Seehofer.“ Die Union reagierte verärgert.

Die Konzerne prüfen rechtliche Schritte. Vattenfall verlangt für das abgeschaltete Kraftwerk Krümmel Kompensationen. RWE will insbesondere den bayerischen Meiler Gundremmingen B bis 2021 statt nur bis 2017 laufen lassen. Auch Eon hatte eine Klage angedroht.

Die Konzerne prüfen rechtliche Schritte. Vattenfall verlangt für das abgeschaltete Kraftwerk Krümmel Kompensationen. RWE will insbesondere den bayerischen Meiler Gundremmingen B bis 2021 statt nur bis 2017 laufen lassen. Auch Eon hatte eine Klage angedroht.

cd/az

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