GDBA warnt vor neuem Alleingang der Lokführergewerkschaft

Magdeburg - Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn hat die Verkehrsgewerkschaft GDBA der konkurrierenden Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) einen neuerlichen Alleingang vorgeworfen.

Die GDL hintertreibe die Vereinbarung, die die drei Bahngewerkschaften am 27. August mit der Bahn geschlossen hatten, kritisierte der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel in Magdeburg. "Es kann nicht sein, dass sich die GDL schriftlich bereiterklärt, künftig nur noch für Lokführer Tarifverträge abzuschließen und wenig später verkündet, auch für das Zugbegleitpersonal tarifpolitisch zuständig sein zu wollen." So funktioniere die angestrebte Kooperation zwischen den Bahngewerkschaften "ganz bestimmt nicht", sagte Hommel. Die GDBA hält von Montag bis Mittwoch in Magdeburg einen Gewerkschaftstag ab.

Nach einem Vermittlungsverfahren unter Leitung der früheren CDU-Spitzenpolitiker Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler hatten sich Bahn und GDL darauf verständigt, über einen rechtlich eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer zu verhandeln. Darin sollen Einkommen und Arbeitszeiten festgelegt werden.

Die beiden anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA sollen parallel mit dem Konzern für alle übrigen Beschäftigten eine neue Entgeltstruktur aushandeln. Die Verhandlungen über die Struktur werden nach Auskunft der GDBA an diesem Montag in Magdeburg wieder aufgenommen. Bereits am Freitag habe es abseits der Öffentlichkeit sowohl zwischen Bahn und GDL als auch unter den drei Gewerkschaften Gespräche gegeben, sagte ein GDBA-Sprecher.

Bahn und GDL streben an, bis zum 30. September eine Lösung zu finden. Bis zu diesem Datum hat die GDL einen Streikverzicht zugesagt. Die GDL fordert unverändert, das Anfangsentgelt für Lokführer von knapp 2000 Euro auf 2500 Euro monatlich zu erhöhen.

Transnet hatte angekündigt, in den Strukturverhandlungen Erhöhungen erreichen zu wollen, die über den gemeinsam mit der GDBA ausgehandelten Abschluss hinausgehen. Die darin zum 1. Januar 2008 vorgesehene Einkommensanhebung von 4,5 Prozent solle aber Bestandteil einer endgültigen Lösung sein.

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