G&D-Kartenproduktion geht in die Slowakei

- München/Gmund - Der Münchner Konzern Giesecke & Devrient (G & D) verlagert seine Kartenkörperproduktion von Gmund am Tegernsee in die Slowakei. Für die betroffenen 160 Mitarbeiter soll ein Sozialplan erstellt werden, teilte der Gelddruck- und Kartenspezialist mit.

Die Produktion der Karten in Louisenthal am Tegernsee könne nach Angaben des Unternehmens nicht dauerhaft zu wettbewerbsfähigen Bedingungen erfolgen. Die erforderlichen Einsparungen könnten nur durch die Verlagerung der Kartenkörperproduktion an einen Standort mit einem wesentlich günstigeren Lohnkostenniveau erzielt werden, hieß es weiter.

"Wir werden alles dafür tun, um für die betroffenen Mitarbeiter eine möglichst sozialverträgliche Lösung zu finden", sagte Karsten Ottenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung von Giesecke & Devrient. Die weiteren Bereiche des Kartengeschäfts wie Personalisierung, Entwicklung und Vertrieb verblieben schwerpunktmäßig in Deutschland.

Der Sozialplan für die 160 Beschäftigten in Louisenthal werde in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Betriebsrat ausgearbeitet. G & D beschäftigt insgesamt 7300 Mitarbeiter. Die Verlagerung werde etwa 12 bis 15 Monate in Anspruch nehmen. Die betroffenen Mitarbeiter erfuhren kurz vor Schichtende von der Entscheidung für die Verlagerung. Einigen von ihnen sei angeboten worden, beim Aufbau der Produktion in Nitra bei Bratislava zu helfen.

Die Herstellung der Karten-Rohlinge ist im Vergleich zur Bestückung der Karten mit Chips und deren Programmierung ein eher simples Verfahren. Die Personalisierung und Ausstattung der Karten mit Intelligenz erfolgt weiter in München.

"Es ist sehr hart für die Betroffenen und für die Gemeinde, dass fast 160 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen", sagte Georg von Preysing, Bürgermeister von Gmund. Angesichts der Wirtschaftslage sei es für die Mitarbeiter nicht einfach, woanders unterzukommen.

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