+
Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft, Claus Weselsky.

Weselsky muss sich entschuldigen

GDL-Chef: Wirbel um Behinderten-Spruch

Frankfurt/Main - Nach Kritik wegen einer Äußerung, die kranke Menschen und Behinderte diskriminiert, hat sich der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft, Claus Weselsky, entschuldigen müssen.

Auf einem Aktionstag der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zum aktuellen Tarifkonflikt hatte Weselsky am Mittwoch gesagt: „Wenn sich zwei Kranke miteinander ins Bett legen und ein Kind zeugen, da kommt von Beginn an was Behindertes raus.“

Die Bundesgeschäftsführerin des Vereins Lebenshilfe, Jeanne Nicklas-Faust, hatte Weselsky in der „Bild“-Zeitung kritisiert: „Durch solche Äußerungen werden kranke und behinderte Menschen diskriminiert. Außerdem verbreitet er falsche Vorurteile, um damit Stimmung zu machen.“ Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner sprach im selben Blatt von einer „nicht hinnehmbaren Verunglimpfung behinderter Menschen“, die „an die dunklen Zeiten der deutschen Geschichte“ erinnere.

„Ich bedaure, dass ich nicht die richtigen Worte gewählt habe“, sagte Weselsky nach Mitteilung der GDL vom Freitag. Er wollte damit ausdrücken, dass durch die Vereinigung der beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Jahr 2010 keine starke Gewerkschaft entstanden sei. „Wenn sich zwei schwache Gewerkschaften zusammenschließen, wird noch lange keine starke Interessenvertretung daraus. Der GDL und selbstverständlich mir persönlich liegt nichts ferner, als Behinderte in irgendeiner Weise zu diskriminieren“, fügte der GDL-Chef hinzu.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Mogelpackung des Jahres" ist Evian Mineralwasser
Hamburg - Weniger in die Packung, dafür ein höherer Preis. Verschiedene Produkte standen deswegen in der Schlussabstimmung zur Mogelpackung des Jahres. Jetzt gibt es …
"Mogelpackung des Jahres" ist Evian Mineralwasser
Kälte in Frankreich setzt deutsche Stromnetze unter Stress
Die Betreiber großer Übertragungsnetze in Europa bekommen Kältewellen offenbar immer besser in den Griff. Um gegen Engpässe oder einen Blackout gewappnet zu sein, …
Kälte in Frankreich setzt deutsche Stromnetze unter Stress
Samsung führt Brände des Note 7 auf Batterie-Probleme zurück
Samsung hat sich Zeit genommen, um die Probleme bei seinem feuergefährdeten Smartphone Galaxy Note 7 zu untersuchen. Der Smartphone-Marktführer will damit auch verloren …
Samsung führt Brände des Note 7 auf Batterie-Probleme zurück
Samsung: Das sind die Gründe für die Batterie-Explosionen
Seoul - Der Smartphone-Marktführer Samsung hat die Gründe für die Brände bei seinem Vorzeigegerät Galaxy Note 7 wohl gefunden. 700 Experten suchten die Fehler.
Samsung: Das sind die Gründe für die Batterie-Explosionen

Kommentare