GDL: Rahmenvertrag für 550 Lokführer

Berlin - Drei private Güterbahnen haben sich mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf einen Rahmentarifvertrag geeinigt. Bei sechs großen Bahnkonkurrenten droht allerdings nach wie vor Streik.

Drei private Güterbahnen haben sich mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf einen Rahmentarifvertrag geeinigt. Er sehe für die rund 550 Lokführer der Unternehmen Assoft-Railmen, MEV Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft und SBB Cargo Deutschland unter anderem Einkommensverbesserungen vor, sagte die MEV-Personalleiterin Simone Krämer am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Der am Vorabend vereinbarte Rahmentarifvertrag werde aber erst dann in Kraft treten, wenn jedes der drei Unternehmen mit der GDL einen neuen Haustarifvertrag abgeschlossen habe, erläuterte sie.

Das Einkommensniveau des Rahmentarifs liegt nach Angaben der GDL um zwei Prozent über dem der bundeseigenen Deutschen Bahn (DB). Zum Grundgehalt kämen Zulagen, unter anderem für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit in gleicher Höhe wie bei der DB. Die Arbeitszeit betrage nun 39 statt bisher 40 Stunden pro Woche.

SBB Cargo Deutschland, eine Tochter der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), sprach von einem vernünftigen Kompromiss, “der jetzt in einem Haustarifvertrag noch konkretisiert werden muss“. Der Rahmentarif regele auch den Mindesturlaub sowie Qualifikationsstandards und die Betreuung der Lokführer nach traumatischen Ereignissen, etwa schweren Unfällen.

Die GDL hatte am Mittwoch angekündigt, nach den Streiks der vergangenen Wochen wieder Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn aufzunehmen. Einen Termin gab es bis Donnerstagmittag noch nicht. In Frankfurt am Main verhandelte das Arbeitsgericht am Nachmittag über einen Eilantrag des regionalen privaten Bahnbetreibers Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt, künftige Streiks der GDL zu verbieten.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat neue Streiks bei den sechs großen Bahn-Konkurrenten angedroht. “Das liegt im Bereich des Wahrscheinlichen“, sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt auf die Frage, ob die Gewerkschaft während der angekündigten neuen Gespräche mit der Deutschen Bahn AG deren Konkurrenten bestreiken werde.

Bislang gibt es nur ein Verhandlungsangebot der Deutschen Bahn an die GDL. “Wir sind in der Abstimmung, ob es noch in dieser oder in der nächsten Woche Verhandlungen gibt“, sagte Weselsky.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Frankfurt/Main (dpa) - Der Online-Portalbetreiber Scout24 übernimmt das Finanzportal Finanzcheck.de. Der Kaufpreis beläuft sich auf 285 Millionen Euro, wie der …
Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen
Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.