Bei immer mehr Banken

Kommentar zu Gebühren an Geldautomaten: Wie man Kunden los wird

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Immer mehr Banken verlangen Gebühren fürs Geldabheben an Automaten: Es grassiert die Gebühritis. Die Treue der Kunden geht dadurch verloren, kommentiert Merkur-Redakteur Martin Prem.

Früher war die Sache recht einfach: Man bekam am Freitag seine Lohntüte oder holte bei der Post die Rente. Was man hatte, konnte man Pfennig für Pfennig ausgeben. Dann kam das Girokonto. Der Arbeitgeber legte zum Lohn eine Gebührenpauschale drauf – übernahm also die Kosten. Er sparte sich ja einen Riesenaufwand. Man holte das Geld jetzt von der Bank – bis die Bank merkte, dass ihre Kassierer teuer waren. Also sparte sie diese Kosten ein und stellte Automaten auf fürs kostenlose Abheben.

Nun aber waren die Automaten teuer. So nahmen immer mehr Banken Geld dafür. Es handle sich ja schließlich um eine Dienstleistung. Und die sei nicht kostenlos zu haben. Das ist sogar richtig. Dennoch ist die einseitige Festlegung immer neuer Bedingungen für bestehende Verträge eine Dreistigkeit. Vor allem aber ist sie eine Dummheit, weil Enttäuschte sich nach Alternativen umsehen – und finden.

Sparkassen und Volksbanken, unter denen sich die Gebühritis rasant ausbreitet, leben vor allem von der Treue ihrer Kunden, die Minizinsen aufs Tagesgeld und Wucherzinsen fürs Überziehen jahrelang mit schier unglaublicher Geduld hinnahmen. Klar leidet dieses Geschäftsmodell unter der gegenwärtigen Geldpolitik. Doch die Durststrecke – mag sie auch lang sein – ist endlich. Dann könnte man wieder viel Geld an den früheren Kunden verdienen – wenn man sie nicht vorher zu Konto-Nomaden gemacht hätte, die dann aber nicht mehr zurückkehren.

Rubriklistenbild: © fkn

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