Gebühren für Satellitenfernsehen: Was Verbraucher wissen müssen

- Die Sendergruppen RTL und MTV strahlen ihre Programme über Satellit ab 2007 nur noch verschlüsselt aus (wir berichteten). Damit kommen auf die Zuschauer monatliche Kosten von etwa 3,50 Euro zu. Wer ist von der Neuregelung betroffen? Muss man in Zukunft neben den Rundfunkgebühren auch für öffentlich-rechtliches Fernsehen eine Satelliten-Gebühr bezahlen? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Welche Zuschauer sind betroffen?

Alle, die zu Hause digitales Satellitenfernsehen haben. Das sind in Bayern etwa 25 Prozent der Zuschauer. In München sind etwa 30 000 Zuschauer betroffen. Für die Empfänger von analogem Satellitenfernsehen ändert sich nichts. Sie werden aber ab 2010 ebenfalls einen digitalen Receiver anschaffen müssen, weil ab dann das Fernsehen auf allen drei Verbreitungswegen (Kabel, Satellit, Antenne) nur noch digital ausgestrahlt wird. Davon erwartet man sich eine bessere Bild- und Tonqualität, auch für das hochauflösende Fernsehen HDTV. Außerdem ermöglicht die Digitalisierung eine größere Programmvielfalt.

Wen betreffen die Gebühren nicht?

Empfänger von digitalem Antennenfernsehen (DVB-T) oder Kabelfernsehen bleiben von der Verschlüsselung unberührt. Sie zahlen nur GEZ und Kabelgebühren.

Was bedeutet Verschlüsselung?

Das Prinzip wenden Pay-TV-Stationen wie Premiere schon seit langem an: Man lässt sich als Kunde registrieren, erhält eine Zugangskarte (Smart Card) und kann damit das Programm entschlüsseln. Damit ist auch die Zahlung eines Betrages verbunden. Wer in Zukunft die Sender der RTL- oder der MTV-Gruppe über Satellit sehen will, muss dafür eine monatliche Pauschale zahlen - voraussichtlich 3,50 Euro. Der Satellitenbetreiber SES Astra finanziert damit technische Einrichtungen, die den Empfang des digitalen Angebotes ermöglichen.

Welche Sender sind betroffen?

Zum einen die RTL-Gruppe (RTL, RTL2, Super-RTL, n-tv, Vox, RTL-Shop und Traumpartner TV) sowie MTV Networks (MTV, Viva, Nick und Comedy Central).

Was ist mit den anderen Sendern?

Sie können weiter frei empfangen werden. Allerdings hat die Sendergruppe ProSieben/Sat1 auch Interesse an einer Verschlüsselung bekundet. ARD und ZDF sowie die Dritten wollen ihr Programm nicht verschlüsseln.

Warum steigen die Privaten ins Pay-TV ein?

Weil Werbung als Einnahmequelle immer mehr an Bedeutung verliert. Die Sender suchen sich deshalb neue Verdienstmöglichkeiten.

Braucht man ein neues Empfangsgerät?

Man braucht einen Digital-Receiver. Sogenannte Zapping-Boxen sind nicht geeignet. Receiver mit "Common Interface" können eine Smart Card aufnehmen. Receiver für das Astra-Angebot sollen ab Frühjahr 2007 für unter 100 Euro auf den Markt kommen.

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