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Gebühren schröpfen die Reisekasse

München - Happige Gebühren bei der Geldbeschaffung können den Urlaub nachträglich überschatten. Was Urlauber beim Zahlen im Ausland beachten müssen:

In Europa reicht die EC-Karte

Wer innerhalb der Europäischen Union auf Reisen geht, braucht nur ein paar Geldscheine für die ersten kleinen Einkäufe einstecken und seine EC-Karte mitnehmen. Fertig. Das kleine Plastikkärtchen, auch Bankkunden-Karte genannt, ist in Euro-Ländern Zahlungsmittel Nummer eins. Das Bezahlen damit ist dort kostenfrei, ebenso das Geldabheben am Automaten einer Partnerbank im Ausland.

Kreditkarte in vielen Fällen hilfreich

Wer kann, sollte vorsichtshalber noch auf eine zweite Karte setzen, die Kreditkarte, rät Kerstin Backofen von "Finanztest". Nicht nur bei Fernreisen nach Amerika oder Asien, sondern auch innerhalb Europas, für alle Fälle. Wird die EC-Karte nicht akzeptiert, geht sie kaputt oder verloren, steht man wenigstens nicht ganz ohne Geld da. Zum Leihwagen-Mieten oder Hotel-Reservieren ist eine Kreditkarte meist nötig.

Prepaid-Variante für die Reisekasse

Wer keine hat oder wegen fehlender Bonität keine bekommt, hat neuerdings eine preiswerte Alternative für die Reisekasse: die Kreditkarte auf Guthabenbasis. Bislang wird sie erst von bestimmten Banken angeboten. Sie funktioniert wie die Prepaidkarte für Handys. "Man kann nur das ausgeben, was an Guthaben drauf ist", erläutert Backofen. Besonders für Jugendliche, die keine echte Kreditkarte bekommen, kann die Prepaid-Variante eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie sind dann genauso "flüssig" wie mit der normalen Kreditkarte, die Ausgaben bleiben aber besser unter Kontrolle. In Euro-Ländern kann damit - wie bei EC- und Kreditkarte - gebührenfrei eingekauft werden.

Der Haken: Das Prepaid-Modell ist beim Geldabheben am Automaten zum Teil recht teuer. Die Gebühren fürs Bargeld-Ziehen können sich im Euro-Land auf bis zu 5 Euro belaufen. Gelegentlich fallen auch 2 bis 3 Prozent vom Umsatz an. Im übrigen Ausland kommen dann in der Regel noch einmal 1 bis 1,75 Prozent Entgelt obendrauf. Wer sich am Markt umschaut, findet allerdings auch Anbieter, die auf Gebühren am Euro-Automaten verzichten, so Backofen.

Hohe Gebühren beim Bargeld-Ziehen

Apropos Kosten: Reisende sollten grundsätzlich ein Auge auf die Gebühren haben, die beim Einsatz von Plastikgeld weltweit anfallen. Fürs Abheben mit EC-Karte und Geheimzahl an institutsfremden Automaten wird man in den Euro-Ländern beispielsweise mit 3,50 bis 5 Euro zur Kasse gebeten, häufig auch mit einem Prozent vom Abhebungsbetrag. Im übrigen Ausland kommt Bargeld-Ziehen genauso teuer zu stehen. Deshalb sollten Urlauber darauf achten, höhere Summen auf einen Schlag abzuheben, statt ständig neue Kleckerbeträge aus den Geldautomaten zu holen, raten Verbraucherschützer. Es lohne sich, schon daheim kostenfreie Angebote von Partnerbanken am Ferienort auszuloten, empfiehlt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken (BdB). Noch teurer kann die Bargeldbeschaffung per Kreditkarte sein. In der Euro-Zone müssen häufig 2 bis 3 Prozent des abgehobenen Betrags draufgezahlt werden, meist aber mindestens 5 Euro - je nach Kartenfirma. Außerhalb kommen noch einmal 1 bis 2 Prozent für den Auslandseinsatz obendrauf. Manche Geldhäuser locken mit kostenlosem Abheben im Ausland. Das gilt allerdings häufig nur für Länder mit Euro.

Landeswährung im Gastland oft billiger

Wer schon daheim Geld für sein Reiseziel tauschen will, sollte an die Gebühren denken. Sich mit der Landeswährung einzudecken, ist per EC-Karte am Geldautomaten im Gastland in der Regel billiger als in Deutschland. Wer in die USA, nach Kroatien oder Osteuropa reist, bekommt beispielsweise vor Ort mehr für den Euro als zu Hause. In Ländern mit harter Währung wie Großbritannien, Norwegen oder Dänemark kommt ein Umtausch daheim billiger.

Provision fällt auch bei EC-Karte an

Dass beim Bezahlen mit Kreditkarten im Ausland eine Provision anfällt, ist vielen Reisenden bekannt. Wenige wissen aber, dass Ähnliches auch für die EC-Karte außerhalb der Euro-Zone gilt. Auch da werden Käufer häufig mit 1 Prozent vom Umsatz zur Kasse gebeten, meist mit mindestens 0,75 bis 1 Euro. Bei kleinen Summen kann deshalb ein Vielfaches an Gebühren anfallen - je nach Kostenmodell der Bank.

Plastikgeld bei Verlust sofort sperren

Wichtig: Kommt Plastikgeld weg, sollten Karten immer sofort gesperrt werden. Angewählt werden kann dann die Nummer 116 116, aus dem Ausland mit Vorwahl 0049. Praktische Unterstützung bietet der Nothilfepass, der unter kartensicherheit.de heruntergeladen werden kann. Er muss getrennt vom Portemonnaie aufbewahrt werden.

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