Gebührentricks ärgern Anleger

Die großen deutschen Fondsgesellschaften haben kürzlich für zahlreiche Fonds erfolgsabhängige Gebühren eingeführt. Ein unfairer Trick, kritisieren Verbraucherschützer.

Finanztest“ hat bei einer der wichtigsten, Fondsgruppen, den Aktienfonds Welt, untersucht, für welche Fonds – zusätzlich zu den üblichen Verwaltungsgebühren – eine erfolgsabhängige Gebühr fällig wird und wie sie gestaltet ist.

Viele Fonds haben diese Zusatzgebühr schon länger und profitieren erheblich von ihr. So konnte die DWS laut Finanztest aus ihrem global anlegenden Fonds Global Value für das Geschäftsjahr 2008/ 2009 eine Erfolgsbeteiligung von rund 6,7 Millionen Euro herausziehen – was die Rendite des Fonds um ungefähr 1,36 Prozentpunkte verringerte.

Das war mehr als ärgerlich für die Anleger: Der Fonds hatte in dem Jahr ein Drittel seines Wertes verloren. Und er war nach Abzug der Kosten auch nur noch 0,03 Prozentpunkte besser als seine selbstgewählte Messlatte, der weltweite Aktienindex MSCI World Value.

In der Fondsbranche ist es üblich, einen Wertpapierindex als Maßstab heranzuziehen. Nur wenn ein Fonds den Index übertrifft, ist er erfolgreich. Was Anlegern meist nicht klar ist: Eine Erfolgsgebühr kann bei vielen Fonds auch fällig werden, wenn der Fonds ein dickes Minus erwirtschaftet hat.

So wie beim DWS Global Value. Die meisten untersuchten Fonds wählen als Messlatte nicht einen Aktienindex, sondern eine feste Prozentmarke. Bei jedem fünften gilt bereits das Überschreiten der 0-Prozent-Hürde als Anlageerfolg.

Die Gesellschaften schneiden sich recht unterschiedliche Stücke vom Kuchen ab, die Spanne reicht von 5 bis 25 Prozent. „Der Spaß hört auf, wenn eine 0-Prozent-Hürde mit einer 20-prozentigen Beteiligung am sogenannten Erfolg kombiniert wird“, so die Experten.

Rubriklistenbild: © dpa

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