Als Geburtsbegleiterin in die Selbstständigkeit

- Burggen - Die Geburt ihres ersten Kindes hat die vierfache Mutter Stefanie Garbe nachhaltig geprägt. Seitdem ist ihr das Thema zur Herzensangelegenheit geworden. "Ich habe eine ganz neue Seite des Frauseins an mir entdeckt und eine Kraft, die ich nicht kannte", sagt die 37-Jährige. Sie möchte mit Schwangeren arbeiten und Frauen bei dem bedeutendsten schöpferischen Erlebnis ihres Lebens beistehen - als Geburtsbegleiterin, auch Doula ("Dienerin" aus dem Altgriechischen) genannt.

<P>Den Schritt dazu hat sie im Februar diesen Jahres gewagt und eine Ich-AG gegründet. In Deutschland ist dieser Beruf, bei dem eine geburtserfahrene Frau mit einer spezifischen Ausbildung der werdenden Mutter vor, während und nach der Geburt Beistand leistet, noch unbekannt. "In vielen Kulturen, etwa in Amerika und England, ist es sehr verbreitet, dass Frauen von einer Person mit Geburtserfahrung begleitet werden", sagt die gelernte Physiotherapeutin und Arzthelferin.<BR><BR>Die Doula übernimmt aber keine medizinischen Aufgaben und ersetzt weder Arzt noch Hebamme. Damit eine werdende Mutter Vertrauen fassen kann, sind zwei Vorgespräche in der Schwangerschaft vorgesehen. Während der Geburt steht sie zur Seite, indem sie durch bestimmte Griffe oder Massagen Schmerzlinderung verschafft, durch liebevolles Umsorgen Kraft gibt und sich um die Familie kümmert. Schließlich bekommt die frisch gebackene Mutter neben wertvollen Tipps für Wochenbett und Stillen auch einen Bericht über die Geburt. "Viele Mütter wollen noch einmal ganz genau wissen, wie die Geburt abgelaufen ist. Sie selbst haben wenig Erinnerung daran." Garbe hatte schon lange recherchiert, wo man die Ausbildung zur Geburtsbegleiterin absolvieren kann - nämlich in der Schweiz. Aber erst als sie im vergangenen Jahr bei einem Orientierungskurs für Frauen ab 35 Jahren von der Möglichkeit der Ich-AG hörte, machte alles Sinn für sie.<BR><BR>"Ohne die finanzielle Unterstützung hätte ich mich nicht selbstständig gemacht, weil es gerade in meinem Beruf lange dauert, bis man etwas verdient." So aber hat sie sich sofort beim Arbeitsamt Weilheim-Schongau arbeitslos gemeldet und sich beraten lassen. Die Förderung drei Jahre lang nimmt ihr die Angst. "So kann ich Durststrecken überbrücken." Mittlerweile hat sie die Ausbildung abgeschlossen und auch praktische Erfahrung gesammelt. Damit ihr in Deutschland noch seltener Beruf bekannt wird, wirbt sie im Internet und hat Broschüren entworfen, um sie bei Ärzten auszulegen. Zusätzlich will sie auf ihre Ich-AG mit einem Schriftzug auf ihrem Auto aufmerksam machen. Für Aufträge würde die im Allgäu lebende Mutter auch weitere Strecken in Kauf nehmen: "Das ist alles eine Sache der Absprache."<BR></P><P> </P>

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