Gedämpfte Stimmung in Bayerns Betrieben

- München - Wegen der anhaltend schwachen Binnen-Nachfrage bleibt die Stimmung unter Bayerns Unternehmern gedämpft. Laut einer Umfrage der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) bewerten zwei Drittel der 29 Branchenverbände die inländische Geschäftslage als schlecht. Das Gros erwartet auch nicht, dass sich an dieser Situation in den nächsten Monaten etwas ändert.

"Für die Beschäftigungslage sehe ich deshalb schwarz", sagte VBW-Präsident Randolf Rodenstock, als er die Ergebnisse in München vorstellte. Zwar laufe das Auslandsgeschäft etwas besser und es sei mit einer leichten Ausweitung der Produktion zu rechnen. Eine Investitionsdynamik sei aber nicht zu verspüren. Nur in zwei Wirtschaftszweigen wird erwartet, dass die Firmen mehr in Anlagen investieren. In neun Branchen wird ein Rückgang befürchtet. Zudem bleibt die Ertragslage angespannt: "Ein Drittel der Betriebe schreibt rote Zahlen", so Rodenstock.

Nach seiner Ansicht wird es nur dann einen Aufschwung geben, der sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirkt, wenn die Binnenkonjunktur wieder anspringt. Dazu müsste die Politik den verunsicherten Bürgern wieder mehr Vertrauen geben. Lohnerhöhungen, um die Kaufkraft anzufeuern, wie von Gewerkschaftsseite oft gefordert, lehnt der VBW-Chef ab: "Es gibt nichts zu verteilen." Dies müsse auch die Leitlinie der kommenden Tarifverhandlungen sein.

Trotz der verhaltenen Aussichten der Unternehmen ist die Lage im Freistaat nach wie vor vergleichsweise rosig. So wuchs die Wirtschaft nach Einschätzung des VBW um gut zwei Prozent und damit über dem Bundesschnitt von 1,7 Prozent. Auch im laufenden Jahr werde sich Bayern voraussichtlich besser schlagen als die anderen Bundesländer, sagte Rodenstock, eine genaue Prognose sei aber noch nicht möglich.

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