Gedämpfte Stimmung im Handel

Aufschwung: - München - Überall ist die Rede vom Aufschwung. Der Präsident des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels (LBE), Vorwohlt stellte jedoch fest, dass "die positive Stimmung nicht beim Verbraucher angekommen ist".

So sei auch das Umsatzminus 2006 des bayerischen Einzelhandels um real 1,4 Prozent zu erklären. Der Umsatzrückgang von 65 Milliarden Euro kostete 1,6 Prozent der Stellen in der Branche.

Die Misere setzte sich dieses Jahr fort. Das reale Umsatzminus von 2,5 Prozent der ersten beiden Monate erklärt sich Vorwohlt mit der Mehrwertsteuererhöhung. Durch geschickte Verhandlungen mit Vorlieferanten sei es dem Einzelhandel aber gelungen, die Verkaufspreise weitgehend stabil zu halten. Vorwohlt erwartet keinen weiteren Preisanstieg dieses Jahr.

Bezüglich des Geschäftsjahres 2007 zeigte sich Vorwohlt wenig optimistisch. Zwar kann der Einzelhandel in Bayern seit Februar steigende Umsätze verzeichnen, trotzdem ist Vorwohlt froh, wenn das Jahr mit einer preisbereinigten "schwarzen Null" endet. Neben der Mehrwertsteuer würden die erhöhten Energiekosten stark zu Buche schlagen.

Vorwohlt hielt die Gewerkschaften an, diese zurückhaltende Prognose bei den anstehenden Tarifverhandlungen zu berücksichtigen. Forderungen von bis zu zehn Prozent mehr Lohn nannte er "völlig weltfremd".

Kritik übte der LBE-Präsident auch am Mindestlohn und an verlängerten Ladenöffnungszeiten. Die Erfahrung der anderen Bundesländer habe gezeigt, dass eine Änderung "keinen Cent mehr" bedeute. Hauptgeschäftsführer Günter Gross sprach sich aber dafür aus, die Läden an einzelnen Werktagen länger zu öffnen, um etwa eine "Lange Nacht des Shoppings" ausprobieren zu können.

Günter Gross wird im September nach elf Jahren beim LBE in den Ruhestand gehen. Nachfolger wird sein Stellvertreter Martin Aigner.

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