MAN mit gedämpftem Optimismus

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München (dpa) - Trotz der weltweit schlechteren Konjunkturaussichten blickt der Maschinen- und Nutzfahrzeugbauer MAN nach einem starken zweiten Quartal mit gedämpftem Optimismus auf die kommenden Monate.

Zwar herrsche im Lastwagen-Geschäft angesichts der hohen Dieselpreise derzeit Verunsicherung am Markt, sagte MAN-Chef Hkan Samuelsson am Mittwoch in München. Dennoch bewege sich die Nachfrage weiter auf hohem Niveau. Darüber hinaus laufe es bei Dieselmotoren und Industriedienstleistungen nach wie vor rund. Sollte sich die Stimmung aber weiter eintrüben, könne MAN reagieren. "Wir sind auf schlechtere Zeiten vorbereitet."

Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte Samuelsson weitgehend. MAN erwartet weiter ein Umsatzplus von mehr als zehn Prozent. Auch beim operativen Gewinn wird mit einer Verbesserung des Rekordergebnisses von 1,73 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gerechnet. Lediglich beim Auftragseingang schraubte Samuelsson die Erwartungen etwas zurück. Hier sei auch ein leichter Rückgang im einstelligen Prozentbereich möglich. Bislang war MAN von einem stabilen Auftragseingang ausgegangen. Die MAN-Aktie verlor nach Zugewinnen am Morgen wieder und stand bis zum Mittag leicht im Plus bei 66,03 Euro.

Der Umsatz soll im Schnitt um 10 Prozent pro Jahr zulegen. MAN profitiere hier vor allem von seiner breiten Aufstellung in vielen Bereichen, die sich nun bezahlt mache, sagte Samuelsson. Während beispielsweise die Nachfrage im Lastwagen-Geschäft derzeit nachlasse, sei in anderen Bereichen kein sinkender Bedarf erkennbar. "Großdieselmotoren, Turbinen und Kompressoren bleiben sehr stark gefragt."

Im zweiten Quartal hatte der Konzern erneut deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis geschafft. Im Vergleich zum Vorjahr kletterten die Erlöse in den drei Monaten bis Ende Juni um 23 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Der operative Gewinn verbesserte sich um 39 Prozent auf 562 Millionen Euro zu, der Überschuss nur leicht von 440 auf 446 Millionen Euro. Auch die Zahl der Mitarbeiter stieg von Ende Dezember bis Ende Juni um vier Prozent auf mehr als 57 000. Mit gut 32 000 Mitarbeitern ist mehr als die Hälfte im Inland beschäftigt.

Während der Auftragseingang im zweiten Quartal insgesamt um acht Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zulegte, war er im Bereich Nutzfahrzeuge um 8 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro rückläufig. Sollte sich die Lage verschlechtern, sei MAN vorbereitet, stellte Samuelsson klar. Über Stundenkonten und den Abbau von Zeitarbeitsstellen könne MAN gegebenenfalls auf eine sinkende Nachfrage reagieren. "Das wird ausreichen." An der Stammbelegschaft von mehr als 53 000 Mitarbeitern werde nicht gekratzt. "Personalabbau ist überhaupt kein Thema. Die Mitarbeiter sind unsere Kompetenzbasis."

Mit dem zuletzt defizitären Busgeschäft zeigte sich Samuelsson zufrieden. Der Bereich schrieb wieder schwarze Zahlen. Im zweiten Quartal blieb ein operativer Gewinn von einer Million Euro, nach 17 Millionen Euro Verlust vor einem Jahr. Fürs Gesamtjahr ist ein zweistelliger Millionenbetrag angepeilt.

Mit Blick auf den Umbau des Buswerkes in Pilsting in Niederbayern sagte Samuelsson, MAN werde sich langfristig von dem verbliebenen Anteil in Höhe von 19,9 Prozent trennen, da daran "kein strategisches Interesse" bestehe. MAN hatte das Werk vor kurzem in die Verantwortung der neu gegründeten Firma VISEON Bus GmbH gegeben. Sie soll 200 der derzeit 580 Mitarbeiter übernehmen. Allen übrigen werden Stellen bei MAN in München angeboten. Der Umbau soll bis Mitte nächsten Jahres über die Bühne gehen. In Pilsting sollen künftig Spezialbusse, zum Beispiel für den Einsatz an Flughäfen gebaut werden. Die Reisebus-Fertigung von MAN wird künftig in Plauen in Sachsen konzentriert.

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